Impactsuspect » 2009 » Juni » 29
Jun
29
2009
3

Tödliche Gaswolken, saures Trinkwasser und nun Erdbeben. Was kommt als nächstes?

Da mag man wirklich seinen Augen nicht trauen. Auf den Seiten des Bundestages findet sich hier eine Meldung, die mit folgenden Worten beginnt:

Die Bundesregierung erwartet keine künstlichen Erdbeben durch die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid.

Wem kommt das noch ein wenig seltsam vor? Ich meine, ich wusste bisher gar nicht, dass die unterirdische Entsorgung von CO2 zu Erdbeben führen kann, aber wenn man weiterliest, dann scheint es tatsächlich so zu sein.

Es sei zwar bekannt, dass durch Fluidinjektionen im Untergrund künstliche Erdbeben auftreten könnten, erklärt die Regierung in ihrer Antwort (16/13333) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (16/12616). Bei der Kohlendioxid-Speicherung in ehemaligen Erdgasfeldern müsse aber sichergestellt werden, dass der kritische Druck zur Rissbildung in den Deckschichten nicht überschritten werde.

Also ist bekannt, das sowas passieren kann, aber die Bundesregierung geht trotzdem davon aus, dass es in Deutschland nicht passiert. Warum? Stellen die ein Schild auf „Erdbeben verboten!“?
Nett zu sehen übrigens, dass die Grünen hier angefragt haben. Obwohl ein großer Teil deren Bundestagsfraktion Zensur für ein wirksames Mittel gegen Kindesmißbrauch zu halten scheint, sind die offenbar doch noch zu was gut. Aber lesen wir weiter.

„Sofern der zulässige Druck richtig bestimmt und im Laufe des Betriebs nicht überschritten wird, sind die tektonischen Risiken durch induzierte Seismizität bei der Kohlendioxid-Speicherung als gering einzustufen“, schreibt die Bundesregierung. Auch Bergschäden in Form von Geländehebungen seien „über den Zentimeterbereich hinaus nicht zu erwarten“.

Solange man alles richtig macht, ist das Risiko also gering. Und Geländehebungen seinen „über den Zentimeterbereich nicht zu erwarten“. Was heißt denn das genau? Nicht mehr als 10 Zentimeter? Nicht mehr als einen Zentimeter? Oder nicht mehr als 99 Zentimeter, weil 99 Zentimeter ja nur wenige Zentimeter sind, und alles was darüber ist schon im „Meterbereich“ liegt? Kann das einer erklären?
Und selbst wenn es nur Geländeerhebungen sind, sie sich um einen Zentimeter herum bewegen, ist das immer noch fatal, wenn da ein Haus drauf steht.

Allerdings sieht die Bundesregierung Risiken bei den Verschlüssen der alten Gasfelder: „Ob und wieweit alte Bohrlochverschlüsse neu verfüllt werden müssen, um dauerhaft auch den korrosiven Eigenschaften des gespeicherten Kohlendioxid-Stroms und seinen Beimengungen widerstehen zu können, ist bislang noch nicht hinreichend geklärt. Hier besteht Forschungsbedarf.“

Wie man es dicht macht, weiß man also noch nicht, na prima. Aber schon einmal eine Pipeline planen, die Milliarden kosten wird. Wenn die Pipeline schon gebaut ist, und die finden heraus, dass sie die Öffnungen nicht dicht bekommen, heißt das dann, dass das Projekt begraben ist? Ich denke eher nicht.
Ich vergaß: Die salzwasserführenden Gesteinsschichten unter Nordfriesland brauchen ja gar nicht abgedichtet zu werden, weil man ja erwartet, dass sie das Gas einfach so speichern. Schon klar.

Aber das schärfste kommt noch:

Zu den bei der Abscheidung von Kohlendioxid entstehenden geringfügigen Beimengungen schreibt die Bundesregierung, es könne sich dabei um Staub, Schwefel- und Stickoxide, Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid, Wasserdampf, Sauerstoff, Stickstoff sowie um Lösungsmittelreste handeln. Die genaue Zusammensetzung dieses Kohlendioxidstromes, der dann unter die Erde gepumpt werde und auf unbegrenzte Zeit dort bleiben soll, hänge von der jeweiligen Prozessführung ab.

Wenn das in der Größenordnung von hunderttausenden von Tonnen an die Erdoberfläche kommt, dann kann man sich in einer Garage einschließen, in der ein Auto mit laufendem Motor steht. Da ist dann nämlich auch keine schlechtere Luft. Und was solch ein Gemisch für die Reinheit des Trinkwassers bedeuten würde, mag ich mir gar nicht vorstellen.
Schön ist auch die Formulierung „auf unbegrenzte Zeit dort bleiben soll“. „Soll“, was heißt das? Verstößt das CO2 gegen dann geltendes Recht, wenn es sich doch auf den Weg zurück in die Atmosphäre macht? Kann man es dafür belangen? Und dass man die genaue Zusammensetzung nicht weiter festlegt, und sie somit in die Hände der Energiekonzerne legt, ist auch ein Skandal.
In Asse, dem Atommülllager, fanden sich auch Tierkadaver und Giftmüll. Beides gehört da gar nicht hin.
Ich möchte nicht wissen, was man alles durch die „Klimaschutzpipeline“ pressen wird, sollte diese tatsächlich gebaut werden. Tierkadaver wohl eher nicht, aber ich hab schon Pferde kotzen sehen, und zwar vor der Apotheke.

Umweltschutz sieht anders aus!

Written by Heiko C. in: Friesisches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: , ,
Jun
29
2009
2

Das bisschen Freiheit… es gibt dringendere politische Probleme.

Das hört man immer wieder, wenn es um das Programm der Piratenpartei geht. Denen wird vorgeworfen ein recht begrenztes Programm zu haben – was stimmt – , oder nur einen Programmpunkt zu haben – was nicht stimmt.
Die Piratenpartei will sich für den Schutz der Bürgerechte, der informationellen Selbstbestimmung und eben auch für eine Reform des Patentrechtes und Urheberrechtsgesetzes einsetzen. Letzteres ist eben nur ein Punkt, der in den Holz- und Funkmedien aber immer wieder als einziger Programmpunkt angeführt wird.
Ebenso kommt im Programm der Piratenpartei noch die Abschaffung der GEZ in ihrer jetztigen Form vor, die ich zwar begrüßen würde, aber jetzt nicht als soo dringlich ansehen würde.

Was sind die dringenderen Probleme? Oft wird da die Weltwirtschaftskrise angeführt, die uns alle hart getroffen hat, und uns in Zukunft wahrscheinlich noch härter treffen wird. Auch den Umweltschutz könnte man als dringenderes Problem anführen, den werden aber die wenigsten dabei im Kopf haben. Bleiben wir also erst einmal bei der Wirtschaftskrise.

Sicher geht die Piratenpartei nicht so in dem Umfang auf die Wirtschaftskrise ein, aber muss man das von ihr erwarten? Selbst wenn die Piraten bei der Bundestagswahl ein Ergebnis holen, dass mit dem der Piratenpartei in Schweden bei der Europawahl vergleichbar ist, wird sie in Deutschland an der Regierungsbildung beteiligt sein? Wohl eher nicht.
Die öffentlich rechtlichen Medien, die mit Intendanten und Direktoren aus den beiden ehemaligen Volksparteien durchsetzt sind, haben sich zuerst redlich Mühe gegeben die Piratenpartei geflissentlich zu ignorieren, und fangen nun an über sie zu berichten, als sei sie entweder eine reine Spaßpartei wie die APPD oder eine undemokratische Partei, über die man besser gar nicht berichtet, und wenn, dann eben nur abwertend.
Wenn der vorauseilende Gehorsam der Intendanten und Redakteure von ARD und ZDF sich schon so äußert, dann kann man wohl nicht wirklich von einer Regierungskoalition mit den Piraten ausgehen. Warum sich also jetzt schon Gedanken über andere Themen als die Kernthemen machen?

Und ist die Wirtschaftskrise wirklich ein wichtigeres Thema als der erneute Vorstoß des Überwachungsstaates auf deutschem Boden und der Schwund der Bürgerrechte?

Nehmen wir einmal an es gäbe eine Partei, die die Wirtschaft schnell und sicher sanieren könnte. Und nehmen wir ebenso an, dass diese Partei den Abbau des Rechtsstaats weiter vorantreiben wird. Was daraus folgen würde wäre ein Staat in der es der Wirtschaft gut geht, und dem Bürger schlecht.
Mehr noch: Der Bürger könnte nichts dagegen unternehmen, weil der Rechtsstaat ja nun abgeschafft wurde, und es sowieso egal geworden ist, was man wählt, weil alle Parteien gleichgeschaltet, und auf den Fortbestand des Überwachungsstaat eingeschworen wären. Auch Petitionen und Demonstrationen würden da noch weniger helfen als heute.

Ich finde es eine Schande, dass Bürgerrechte kaum mehr ein Thema in den etablierten Parteien sind, es sei denn, es geht um deren Abbau. Die FDP war da schon immer eine Ausnahme, aber die momentane Westerwellepartei gewichtet die Freiheit der Industrie und Finanzwelt leider schwerer als die Freiheit des Bürgers. Und die Freiheit der Industrie und der Finanzwelt hat uns erst in diese Wirtschaftskrise geführt.
Wenn die Piratenpartei, durch ihren Eintritt ins deutsche Parlament im September den Erhalt unserer Bürgerrechte wieder zu einem in der Politik ernst genommenen Thema macht, dann hat sie ihr erstes Ziel schon erreicht. Über eine Ausweitung des Wahlprogramms kann sie dann immernoch nachdenken, wenn in Aussicht steht, dass sich jemand zum Koalieren findet.

Und gegen die Auswirkungen der Wirtsschaftskrise werden auch SPD und Union eher die Industrie retten als uns. Und die Steuererhöhung kommt sowieso, auch mit der CDU.

Ob ich mal mit allen Programmpunkten der zukünftigen Piratenpartei übereinstimme? Ich weiß es nicht, und das ist jetzt auch nicht wichtig. Mit den Kernthemen stimme ich weitestgehend überein, und die werden in der Politik bisher schmählich vernachlässigt. Darum will ich, dass die Piraten im September wieder ins Parlament einziehen, und dieses Mal regulär.

Written by Heiko C. in: Politisches | Schlagwörter: ,

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Jun
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2009
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Tödliche Gaswolken, saures Trinkwasser und nun Erdbeben. Was kommt als nächstes?

Da mag man wirklich seinen Augen nicht trauen. Auf den Seiten des Bundestages findet sich hier eine Meldung, die mit folgenden Worten beginnt:

Die Bundesregierung erwartet keine künstlichen Erdbeben durch die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid.

Wem kommt das noch ein wenig seltsam vor? Ich meine, ich wusste bisher gar nicht, dass die unterirdische Entsorgung von CO2 zu Erdbeben führen kann, aber wenn man weiterliest, dann scheint es tatsächlich so zu sein.

Es sei zwar bekannt, dass durch Fluidinjektionen im Untergrund künstliche Erdbeben auftreten könnten, erklärt die Regierung in ihrer Antwort (16/13333) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (16/12616). Bei der Kohlendioxid-Speicherung in ehemaligen Erdgasfeldern müsse aber sichergestellt werden, dass der kritische Druck zur Rissbildung in den Deckschichten nicht überschritten werde.

Also ist bekannt, das sowas passieren kann, aber die Bundesregierung geht trotzdem davon aus, dass es in Deutschland nicht passiert. Warum? Stellen die ein Schild auf „Erdbeben verboten!“?
Nett zu sehen übrigens, dass die Grünen hier angefragt haben. Obwohl ein großer Teil deren Bundestagsfraktion Zensur für ein wirksames Mittel gegen Kindesmißbrauch zu halten scheint, sind die offenbar doch noch zu was gut. Aber lesen wir weiter.

„Sofern der zulässige Druck richtig bestimmt und im Laufe des Betriebs nicht überschritten wird, sind die tektonischen Risiken durch induzierte Seismizität bei der Kohlendioxid-Speicherung als gering einzustufen“, schreibt die Bundesregierung. Auch Bergschäden in Form von Geländehebungen seien „über den Zentimeterbereich hinaus nicht zu erwarten“.

Solange man alles richtig macht, ist das Risiko also gering. Und Geländehebungen seinen „über den Zentimeterbereich nicht zu erwarten“. Was heißt denn das genau? Nicht mehr als 10 Zentimeter? Nicht mehr als einen Zentimeter? Oder nicht mehr als 99 Zentimeter, weil 99 Zentimeter ja nur wenige Zentimeter sind, und alles was darüber ist schon im „Meterbereich“ liegt? Kann das einer erklären?
Und selbst wenn es nur Geländeerhebungen sind, sie sich um einen Zentimeter herum bewegen, ist das immer noch fatal, wenn da ein Haus drauf steht.

Allerdings sieht die Bundesregierung Risiken bei den Verschlüssen der alten Gasfelder: „Ob und wieweit alte Bohrlochverschlüsse neu verfüllt werden müssen, um dauerhaft auch den korrosiven Eigenschaften des gespeicherten Kohlendioxid-Stroms und seinen Beimengungen widerstehen zu können, ist bislang noch nicht hinreichend geklärt. Hier besteht Forschungsbedarf.“

Wie man es dicht macht, weiß man also noch nicht, na prima. Aber schon einmal eine Pipeline planen, die Milliarden kosten wird. Wenn die Pipeline schon gebaut ist, und die finden heraus, dass sie die Öffnungen nicht dicht bekommen, heißt das dann, dass das Projekt begraben ist? Ich denke eher nicht.
Ich vergaß: Die salzwasserführenden Gesteinsschichten unter Nordfriesland brauchen ja gar nicht abgedichtet zu werden, weil man ja erwartet, dass sie das Gas einfach so speichern. Schon klar.

Aber das schärfste kommt noch:

Zu den bei der Abscheidung von Kohlendioxid entstehenden geringfügigen Beimengungen schreibt die Bundesregierung, es könne sich dabei um Staub, Schwefel- und Stickoxide, Schwefelwasserstoff, Kohlenmonoxid, Wasserdampf, Sauerstoff, Stickstoff sowie um Lösungsmittelreste handeln. Die genaue Zusammensetzung dieses Kohlendioxidstromes, der dann unter die Erde gepumpt werde und auf unbegrenzte Zeit dort bleiben soll, hänge von der jeweiligen Prozessführung ab.

Wenn das in der Größenordnung von hunderttausenden von Tonnen an die Erdoberfläche kommt, dann kann man sich in einer Garage einschließen, in der ein Auto mit laufendem Motor steht. Da ist dann nämlich auch keine schlechtere Luft. Und was solch ein Gemisch für die Reinheit des Trinkwassers bedeuten würde, mag ich mir gar nicht vorstellen.
Schön ist auch die Formulierung „auf unbegrenzte Zeit dort bleiben soll“. „Soll“, was heißt das? Verstößt das CO2 gegen dann geltendes Recht, wenn es sich doch auf den Weg zurück in die Atmosphäre macht? Kann man es dafür belangen? Und dass man die genaue Zusammensetzung nicht weiter festlegt, und sie somit in die Hände der Energiekonzerne legt, ist auch ein Skandal.
In Asse, dem Atommülllager, fanden sich auch Tierkadaver und Giftmüll. Beides gehört da gar nicht hin.
Ich möchte nicht wissen, was man alles durch die „Klimaschutzpipeline“ pressen wird, sollte diese tatsächlich gebaut werden. Tierkadaver wohl eher nicht, aber ich hab schon Pferde kotzen sehen, und zwar vor der Apotheke.

Umweltschutz sieht anders aus!

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Jun
29
2009
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Das bisschen Freiheit… es gibt dringendere politische Probleme.

Das hört man immer wieder, wenn es um das Programm der Piratenpartei geht. Denen wird vorgeworfen ein recht begrenztes Programm zu haben – was stimmt – , oder nur einen Programmpunkt zu haben – was nicht stimmt.
Die Piratenpartei will sich für den Schutz der Bürgerechte, der informationellen Selbstbestimmung und eben auch für eine Reform des Patentrechtes und Urheberrechtsgesetzes einsetzen. Letzteres ist eben nur ein Punkt, der in den Holz- und Funkmedien aber immer wieder als einziger Programmpunkt angeführt wird.
Ebenso kommt im Programm der Piratenpartei noch die Abschaffung der GEZ in ihrer jetztigen Form vor, die ich zwar begrüßen würde, aber jetzt nicht als soo dringlich ansehen würde.

Was sind die dringenderen Probleme? Oft wird da die Weltwirtschaftskrise angeführt, die uns alle hart getroffen hat, und uns in Zukunft wahrscheinlich noch härter treffen wird. Auch den Umweltschutz könnte man als dringenderes Problem anführen, den werden aber die wenigsten dabei im Kopf haben. Bleiben wir also erst einmal bei der Wirtschaftskrise.

Sicher geht die Piratenpartei nicht so in dem Umfang auf die Wirtschaftskrise ein, aber muss man das von ihr erwarten? Selbst wenn die Piraten bei der Bundestagswahl ein Ergebnis holen, dass mit dem der Piratenpartei in Schweden bei der Europawahl vergleichbar ist, wird sie in Deutschland an der Regierungsbildung beteiligt sein? Wohl eher nicht.
Die öffentlich rechtlichen Medien, die mit Intendanten und Direktoren aus den beiden ehemaligen Volksparteien durchsetzt sind, haben sich zuerst redlich Mühe gegeben die Piratenpartei geflissentlich zu ignorieren, und fangen nun an über sie zu berichten, als sei sie entweder eine reine Spaßpartei wie die APPD oder eine undemokratische Partei, über die man besser gar nicht berichtet, und wenn, dann eben nur abwertend.
Wenn der vorauseilende Gehorsam der Intendanten und Redakteure von ARD und ZDF sich schon so äußert, dann kann man wohl nicht wirklich von einer Regierungskoalition mit den Piraten ausgehen. Warum sich also jetzt schon Gedanken über andere Themen als die Kernthemen machen?

Und ist die Wirtschaftskrise wirklich ein wichtigeres Thema als der erneute Vorstoß des Überwachungsstaates auf deutschem Boden und der Schwund der Bürgerrechte?

Nehmen wir einmal an es gäbe eine Partei, die die Wirtschaft schnell und sicher sanieren könnte. Und nehmen wir ebenso an, dass diese Partei den Abbau des Rechtsstaats weiter vorantreiben wird. Was daraus folgen würde wäre ein Staat in der es der Wirtschaft gut geht, und dem Bürger schlecht.
Mehr noch: Der Bürger könnte nichts dagegen unternehmen, weil der Rechtsstaat ja nun abgeschafft wurde, und es sowieso egal geworden ist, was man wählt, weil alle Parteien gleichgeschaltet, und auf den Fortbestand des Überwachungsstaat eingeschworen wären. Auch Petitionen und Demonstrationen würden da noch weniger helfen als heute.

Ich finde es eine Schande, dass Bürgerrechte kaum mehr ein Thema in den etablierten Parteien sind, es sei denn, es geht um deren Abbau. Die FDP war da schon immer eine Ausnahme, aber die momentane Westerwellepartei gewichtet die Freiheit der Industrie und Finanzwelt leider schwerer als die Freiheit des Bürgers. Und die Freiheit der Industrie und der Finanzwelt hat uns erst in diese Wirtschaftskrise geführt.
Wenn die Piratenpartei, durch ihren Eintritt ins deutsche Parlament im September den Erhalt unserer Bürgerrechte wieder zu einem in der Politik ernst genommenen Thema macht, dann hat sie ihr erstes Ziel schon erreicht. Über eine Ausweitung des Wahlprogramms kann sie dann immernoch nachdenken, wenn in Aussicht steht, dass sich jemand zum Koalieren findet.

Und gegen die Auswirkungen der Wirtsschaftskrise werden auch SPD und Union eher die Industrie retten als uns. Und die Steuererhöhung kommt sowieso, auch mit der CDU.

Ob ich mal mit allen Programmpunkten der zukünftigen Piratenpartei übereinstimme? Ich weiß es nicht, und das ist jetzt auch nicht wichtig. Mit den Kernthemen stimme ich weitestgehend überein, und die werden in der Politik bisher schmählich vernachlässigt. Darum will ich, dass die Piraten im September wieder ins Parlament einziehen, und dieses Mal regulär.

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