Impactsuspect » Zensur: Jetzt kommen sie alle aus ihren Löchern…
Jun
20
2009

Zensur: Jetzt kommen sie alle aus ihren Löchern…

Der erste, der sich nach der Verabschiedung des umstrittenen Zugangserschwerungsgesetz (aka Zensursulagesetz) zu Wort meldete, und damit die tausendfachen Beteurerungen der Union Lügen strafte, war Thomas Strobl, der eine Ausweitung der Zensur auf Killerspiele forderte, und 90 Minuten nach dem Beschluß über das Zensursulagesetz damit sogar noch einmal erneut an die Presse ging. Wie es da weitergehen könnte, schreibt der Spiegel.
Für Verschwörungstheoretiker, die hinter all den eingeschränkten Bürgerrechten in den letzten Jahren einen Gesamtplan vermuten sei gesagt, daß Thomas Strobl der Schwiegersohn von (ausgerechnet) Wolfgang Schäuble ist.

Eine von vielen heutigen Zensursula Demos (Foto: opyh von twitter bei Flickr)

Eine von vielen heutigen Zensursula Demos (Foto: opyh bei Flickr)

Am nächsten Tag kam der nächste Bittsteller: Dieter Gorny, der früher schon die Ausweitung der Netzsperren zum Schutze der Musikindustrie gefordert hatte, und nun die PopCom bis auf weiteres absagt. Die Verleger hätte einfach kein Geld mehr, wegen dieser ganzen Internetpiraten. Dahinter steckt natürlich die gewohnte Milchmädchenrechnung, dass jede Raubkopie einen CD-Kauf verhindert. Das ist nicht der Fall. Es wird heutzutage weniger Musik auf herkömmlichen Datenträgern verkauft, weil ein Großteil des Marktes von unvermeidlicher Pop-Scheiße und Casting-Konservenmist dominiert wird. Gorny fordert, dass die Politik endlich handelt. Was er meint scheint klar: Die Zensur auf Filesharingseiten auszuweiten. Das wäre jedoch nicht nur deshalb fatal, weil viele legale Inhalte dort getauscht werden, sondern auch, weil sich Gorny diesen neuen Vertriebsweg für Musik besser selbst zu Nutze machen sollte.
Viele greifen nur aus Bequemlichkeit zu raubkopierten MP3s: Sie sind schon im richtigen Format für den MP3-Player, man braucht sich nicht zu ärgern wenn man eine Kopiergeschützte CD gekauft hat, und so die Tracks nicht in das MP3-Format konvertieren kann und man hat nicht haufenweise Silberlinge herumliegen.
Ich kenn das selbst, bei mir liegen haufenweise Original-CDs, die ich konvertiert habe, und nun nicht mehr anfasse. Warum nicht gleich MP3s kaufen? Das wäre für alle Beteiligten billiger, praktischer und gerechter. So bräuchte man nämlich nur die Tracks bezahlen, die man auch wirklich hören will. Auf jeder CD sind zwei tolle Stücke, die man gerne hört, und 8 Mal Mist. Gut, außer bei Led Zeppelin und Pink Floyd, da sind alle Lieder gut.
Nun jedenfalls melden sich auch noch der Buchhandel und die Verläge, und wettern über Google Books. In dem Zusammenhang ist folgendes Zitat interessant:

„Im Gegensatz zu Frankreich, wo sich Staatspräsident Sarkozy in vorbildlicher Weise für den Schutz des geistigen Eigentums stark macht, lassen uns die Politiker weitgehend allein“, beklagte Skipis in einem Gespräch mit dem auf dem Verbandstag verteilten buchreport.

Ist klar, Sarkozy, dessen besagtes Gesetz wegen wahrscheinlicher Verfassungswidrigkeit von Parlament und Verfassungsrat gekippt wird. Und was hat das überhaupt mit Google zu tun? Wollen die jetzt, dass Google der Internetanschluß gesperrt wird? Oder Google auf die Schwarze Zensursula-Liste setzen? Youtube dann auch, und gleich alles andere, was mit Google zu tun hat? Dann haben wir wahrlich ein Netz voller Stoppschilder.

Danke CDU/CSU. Danke Zensursula. Danke für das Versprechen die Zensur nicht auszuweiten. Denkt nicht, dass ich euch wähle.

…die SPD auch nicht!

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Politisches,Technisches | Schlagwörter: , ,

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Der erste, der sich nach der Verabschiedung des umstrittenen Zugangserschwerungsgesetz (aka Zensursulagesetz) zu Wort meldete, und damit die tausendfachen Beteurerungen der Union Lügen strafte, war Thomas Strobl, der eine Ausweitung der Zensur auf Killerspiele forderte, und 90 Minuten nach dem Beschluß über das Zensursulagesetz damit sogar noch einmal erneut an die Presse ging. Wie es da weitergehen könnte, schreibt der Spiegel.
Für Verschwörungstheoretiker, die hinter all den eingeschränkten Bürgerrechten in den letzten Jahren einen Gesamtplan vermuten sei gesagt, daß Thomas Strobl der Schwiegersohn von (ausgerechnet) Wolfgang Schäuble ist.

Eine von vielen heutigen Zensursula Demos (Foto: opyh von twitter bei Flickr)

Eine von vielen heutigen Zensursula Demos (Foto: opyh bei Flickr)

Am nächsten Tag kam der nächste Bittsteller: Dieter Gorny, der früher schon die Ausweitung der Netzsperren zum Schutze der Musikindustrie gefordert hatte, und nun die PopCom bis auf weiteres absagt. Die Verleger hätte einfach kein Geld mehr, wegen dieser ganzen Internetpiraten. Dahinter steckt natürlich die gewohnte Milchmädchenrechnung, dass jede Raubkopie einen CD-Kauf verhindert. Das ist nicht der Fall. Es wird heutzutage weniger Musik auf herkömmlichen Datenträgern verkauft, weil ein Großteil des Marktes von unvermeidlicher Pop-Scheiße und Casting-Konservenmist dominiert wird. Gorny fordert, dass die Politik endlich handelt. Was er meint scheint klar: Die Zensur auf Filesharingseiten auszuweiten. Das wäre jedoch nicht nur deshalb fatal, weil viele legale Inhalte dort getauscht werden, sondern auch, weil sich Gorny diesen neuen Vertriebsweg für Musik besser selbst zu Nutze machen sollte.
Viele greifen nur aus Bequemlichkeit zu raubkopierten MP3s: Sie sind schon im richtigen Format für den MP3-Player, man braucht sich nicht zu ärgern wenn man eine Kopiergeschützte CD gekauft hat, und so die Tracks nicht in das MP3-Format konvertieren kann und man hat nicht haufenweise Silberlinge herumliegen.
Ich kenn das selbst, bei mir liegen haufenweise Original-CDs, die ich konvertiert habe, und nun nicht mehr anfasse. Warum nicht gleich MP3s kaufen? Das wäre für alle Beteiligten billiger, praktischer und gerechter. So bräuchte man nämlich nur die Tracks bezahlen, die man auch wirklich hören will. Auf jeder CD sind zwei tolle Stücke, die man gerne hört, und 8 Mal Mist. Gut, außer bei Led Zeppelin und Pink Floyd, da sind alle Lieder gut.
Nun jedenfalls melden sich auch noch der Buchhandel und die Verläge, und wettern über Google Books. In dem Zusammenhang ist folgendes Zitat interessant:

„Im Gegensatz zu Frankreich, wo sich Staatspräsident Sarkozy in vorbildlicher Weise für den Schutz des geistigen Eigentums stark macht, lassen uns die Politiker weitgehend allein“, beklagte Skipis in einem Gespräch mit dem auf dem Verbandstag verteilten buchreport.

Ist klar, Sarkozy, dessen besagtes Gesetz wegen wahrscheinlicher Verfassungswidrigkeit von Parlament und Verfassungsrat gekippt wird. Und was hat das überhaupt mit Google zu tun? Wollen die jetzt, dass Google der Internetanschluß gesperrt wird? Oder Google auf die Schwarze Zensursula-Liste setzen? Youtube dann auch, und gleich alles andere, was mit Google zu tun hat? Dann haben wir wahrlich ein Netz voller Stoppschilder.

Danke CDU/CSU. Danke Zensursula. Danke für das Versprechen die Zensur nicht auszuweiten. Denkt nicht, dass ich euch wähle.

…die SPD auch nicht!

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