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Mai
20
2009
0

Johannes Paul II. hat ja auch gerappt…

Argh! Was musste man sich in den letzten Tagen nicht für Schwachsinn anhören?! Painball-Verbot, Internetzensur, Umfrage-Angriff durch fundamentalreligiöse Lobbyorganisationen…

Und was muss ich heute lesen?
Benedikt XVI. ruft zur Missionierung des „digitalen Kontinents“ auf

Erst war das Netz ein Raum, dann wieder war es mit Printmedien vergleichbar und jetzt ist es plötzlich ein Kontinent… Was kommt als nächstes? Ich ahne schon zukünftige Kommentare wie „Das Internet wird keine chronische Krankheit bleiben!“ von irgendwelchen Hanseln aus der CDU. …oder aus der SPD. Frau Zypries weiß ja noch nicht mal was ein Browser ist. Ob sie wohl weiß mit welchem Betriebssystem ihr Computer läuft? Hm, na egal. Ich schweife ab.

In obig verlinktem Artikel jedenfalls, wird der Papst wie folgt zitiert:

Die neuen Techniken kommen dem Bedürfnis entgegen, miteinander in Kontakt zu treten; die Veränderungen seien bei den jungen Menschen der „digitalen Generation“ besonders deutlich, die „sich in einer digitalen Welt zu Hause fühlen“, während diese den Erwachsenen oft noch fremd erscheine.

Na ja. Im Falle, dass ich als „junger Mensch“ gelte, und mein Bruder auch… sowie mein 69 Jahre alter Vater…. stimmt das wohl irgendwie. Aber sich in „der digitalen Welt zu Hause fühlen“ ist nicht unbedingt eine Sache des Alters, eher eine des Interesses.

Na ja, dann redet der Papst darüber wie toll die neuen Medien sind, und äußert sich freundlich gegenüber sozialen Netzwerken, wenn ich das richtig verstehe.

Nun wird’s aber grenzwertig:

Wer für Produktion und Verbreitung von Inhalten in den neuen Medien verantwortlich sei, müsse „dem Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen verpflichtet“ sein.

Eines vorweg: Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen ist nie verkehrt. Aber ist nicht jeder der auch nur eine Homepage, einen Myspaceaccount oder sonst irgendwas im Netz hat, jemand der „für Produktion und Verbreitung von Inhalten“ verantwortlich ist? Ich meine, im Grunde genommen sind das alle, oder? Der Papst scheint nicht so richtig verstanden zu haben wie das Internet funktioniert. Jeder darf da veröffentlichen. Und die meisten tun es auch. Und selbst wenn man nur surft, sorgt man dank der wunderbaren Vorratsdatenspeicherung auch so für Inhalte, die sich dann die Provider und die freundlichen Herren von unseren verschiedenen Inlandsgeheimdiensten ansehen. Also jeder macht Inhalt.
Trotzdem ist die Forderung des Papstes nach Respekt vor Wert und Würde legitim.

Die jungen Katholiken ruft Benedikt XVI. auf, im Internet zu missionieren.

Nee, ne? AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH !!!!!

Da „die Verkündigung Christi in der Welt der neuen Technologien deren vertiefte Kenntnis für einen entsprechenden angemessenen Gebrauch“ voraussetze, komme diese Aufgabe für allen der „digitalen Generation“ zu: „Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses ‚digitalen Kontinents‘ zu. Seid bereit, euch mit Begeisterung die Verkündigung des Evangeliums bei euren Altergenossen zur Aufgabe zu machen!“

Okay. Erst einmal glaube ich, dass mir schlecht wird. Aber ich reagiere nun mal so auf Missionare. Und plötzlich wirken die Worte des Papstes auch nicht mehr wirklich so modern und nachvollziehbar, wie noch im ersten Absatz. Er scheint zu denken, das Internet wäre eine Art „unentdecktes Land“, dass es zu bändigen und dessen Eingeborene es zu missionieren gelte.
In Anbetracht dessen was die letzten paar Male passiert ist, als die katholische Kirche die Eingeborenen von neuen Kontinenten zu missionieren versucht hat, halte ich diese vom Papst gebrauchte Metapher für gruselig.

Mai
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Johannes Paul II. hat ja auch gerappt…

Argh! Was musste man sich in den letzten Tagen nicht für Schwachsinn anhören?! Painball-Verbot, Internetzensur, Umfrage-Angriff durch fundamentalreligiöse Lobbyorganisationen…

Und was muss ich heute lesen?
Benedikt XVI. ruft zur Missionierung des „digitalen Kontinents“ auf

Erst war das Netz ein Raum, dann wieder war es mit Printmedien vergleichbar und jetzt ist es plötzlich ein Kontinent… Was kommt als nächstes? Ich ahne schon zukünftige Kommentare wie „Das Internet wird keine chronische Krankheit bleiben!“ von irgendwelchen Hanseln aus der CDU. …oder aus der SPD. Frau Zypries weiß ja noch nicht mal was ein Browser ist. Ob sie wohl weiß mit welchem Betriebssystem ihr Computer läuft? Hm, na egal. Ich schweife ab.

In obig verlinktem Artikel jedenfalls, wird der Papst wie folgt zitiert:

Die neuen Techniken kommen dem Bedürfnis entgegen, miteinander in Kontakt zu treten; die Veränderungen seien bei den jungen Menschen der „digitalen Generation“ besonders deutlich, die „sich in einer digitalen Welt zu Hause fühlen“, während diese den Erwachsenen oft noch fremd erscheine.

Na ja. Im Falle, dass ich als „junger Mensch“ gelte, und mein Bruder auch… sowie mein 69 Jahre alter Vater…. stimmt das wohl irgendwie. Aber sich in „der digitalen Welt zu Hause fühlen“ ist nicht unbedingt eine Sache des Alters, eher eine des Interesses.

Na ja, dann redet der Papst darüber wie toll die neuen Medien sind, und äußert sich freundlich gegenüber sozialen Netzwerken, wenn ich das richtig verstehe.

Nun wird’s aber grenzwertig:

Wer für Produktion und Verbreitung von Inhalten in den neuen Medien verantwortlich sei, müsse „dem Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen verpflichtet“ sein.

Eines vorweg: Respekt vor der Würde und dem Wert des Menschen ist nie verkehrt. Aber ist nicht jeder der auch nur eine Homepage, einen Myspaceaccount oder sonst irgendwas im Netz hat, jemand der „für Produktion und Verbreitung von Inhalten“ verantwortlich ist? Ich meine, im Grunde genommen sind das alle, oder? Der Papst scheint nicht so richtig verstanden zu haben wie das Internet funktioniert. Jeder darf da veröffentlichen. Und die meisten tun es auch. Und selbst wenn man nur surft, sorgt man dank der wunderbaren Vorratsdatenspeicherung auch so für Inhalte, die sich dann die Provider und die freundlichen Herren von unseren verschiedenen Inlandsgeheimdiensten ansehen. Also jeder macht Inhalt.
Trotzdem ist die Forderung des Papstes nach Respekt vor Wert und Würde legitim.

Die jungen Katholiken ruft Benedikt XVI. auf, im Internet zu missionieren.

Nee, ne? AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHH !!!!!

Da „die Verkündigung Christi in der Welt der neuen Technologien deren vertiefte Kenntnis für einen entsprechenden angemessenen Gebrauch“ voraussetze, komme diese Aufgabe für allen der „digitalen Generation“ zu: „Euch jungen Menschen, die ihr euch fast spontan im Einklang mit diesen neuen Mitteln der Kommunikation befindet, kommt in besonderer Weise die Aufgabe der Evangelisierung dieses ‚digitalen Kontinents‘ zu. Seid bereit, euch mit Begeisterung die Verkündigung des Evangeliums bei euren Altergenossen zur Aufgabe zu machen!“

Okay. Erst einmal glaube ich, dass mir schlecht wird. Aber ich reagiere nun mal so auf Missionare. Und plötzlich wirken die Worte des Papstes auch nicht mehr wirklich so modern und nachvollziehbar, wie noch im ersten Absatz. Er scheint zu denken, das Internet wäre eine Art „unentdecktes Land“, dass es zu bändigen und dessen Eingeborene es zu missionieren gelte.
In Anbetracht dessen was die letzten paar Male passiert ist, als die katholische Kirche die Eingeborenen von neuen Kontinenten zu missionieren versucht hat, halte ich diese vom Papst gebrauchte Metapher für gruselig.

Mai
20
2009
0

Protest gegen Internetsperren organisiert?

Kurz hier verlinkt.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Politisches,Technisches | Schlagwörter: , , ,