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Mai
14
2009
1

Statt der pluralistischen Gesellschaft eine gesellschaftliche Singularität

Paintball soll verboten werden. Beim Fechten und Schützensport redet niemand von einem Verbot. Beim Jagdsport auch nicht. In fremde Herren Länder zu gehen, und in echt und Farbe andere Menschen tot zu schießen ist auch nicht „sittenwidrig“. Alles klar.
Heute ist die Bundesregierung beim geplanten Paintballverbot zwar wieder zurückgerudert, aber nur „vorerst“, wie es hieß.

Computerspiele sollen verboten werden (nicht alle, aber die spannenden), im Fernsehen oder Kino beschwert sich niemand so sehr über „virtuelle Gewalt“, dass er ernsthaft ein Verbot fordern würde. Sicher, es gibt auch verbotene Filme, aber niemand würde Krimis oder Kriegsfilme ohne ansehen pauschal verbieten wollen. Bei Computerspielen reicht scheinbar ein Blick auf’s Cover: Da sind Soldaten drauf. Verbieten! Handlung ist egal. Überhaupt, haben solche Spiele mittlerweile eine Handlung? Ich kenn nur Pong. Nee, schon klar.

Hm. Was soll sonst noch alles verboten werden?
Tauschbörsen im Netz. Gut, ich weiß nicht, wie aktuell das ist, dass aber die Lobby der Musik- und Filmindustrie auf jeden Fall noch drauf schielt, ist klar.
Früher haben wir den aus dem Radio auf Kasette aufgenommenen Sampler doch auch Freunden kopiert. War das auch schon verboten? Und wenn man eine alte aufgenommene Kasette auf dem Flohmarkt gegen ein Matchboxauto getauscht hat, war das verboten? Und wenn nicht, was ist an Tauschbörsen so anders? Verdient da einer was dran?

Mir scheint es so, als wollen unsere Politiker, vornehmlich die der CDU/CSU und SPD, und wahrscheinlich auch die rechts von den beiden, einfach alles verbieten, was sie nicht kennen, und was ihnen suspekt vorkommt. Das war ja auch schon immer so.
Comics? Kenn ich nicht, kann nicht gut sein. Verbieten!
Fernsehen? Kenn ich nicht, kann nicht gut sein. Verbieten!
Metal? Kenn ich nicht, kann nicht gut sein. Verbieten!
Fantasy Rollenspiel? Kenn ich nicht, ist aber mit Teufeln. Verbieten!
Live Action Role Play? ERST RECHT VERBIETEN!
Paintball? Kenn ich nicht, kann nicht gut sein. Verbieten!
Die Herren Wiefelspütz und Bosbach müssen entweder eine tolle Kindheit und Jugend gehabt haben – ohne Handy, Paintball oder Internet – so dass sie diese auch anderen Menschen ermöglichen wollen, oder eine so miserable, dass sie anderen keine bessere gönnen. In keinem Fall ist es die Aufgabe der Politik nach eigenem Gutdünken harmlose Freizeitbeschäftigungen zu verbieten.

Vielleicht soll bloss auch wieder eine verbindliche „Leitkultur“ geschaffen werden. Alle Menschen sollen gleich werden, damit die Politik nur noch auf eine Zielgruppe Rücksicht nehmen muss. Von dieser genormten Freizeit der Menschen würde dann natürlich auch die Industrie profitieren. Wenn alle gleich sind, braucht man auch nicht mehr so viele Produkte herstellen, und kann die, die alle wollen entsprechend teurer machen.
Da fällt mir ein: Vorgestern habe ich Kledage eingekauft. Ich hab mir beim örtlichen Discounter zwei Hosen zum Kauf gewählt, und dann nach T-Shirts gesucht. Promt hatte ich auch welche gefunden. Hübsch in rot, und mit schwarzem Aufdruck. Eigentlich nicht so teuer mit 2.99 aber ich hab mir dann doch keins gekauft.
Warum? Ich hatte das sogenannte Volks-T-Shirt in der Hand, Produkt einer gemeinsamen Werbeaktion mit >>einem deutschen Boulevardblatt<<. Nee, das muss nicht sein. Da hab ich lieber ein teureres T-Shirt ohne Springerkontakte gekauft. Ich trag ja auch schließlich keine Springerstiefel.
Aber das nur am Rande.

Wenn die CDU weiter am Ruder bleibt, schreibt sie uns vielleicht sowieso irgendwann die T-Shirts vor, die wir tragen. Paintballer sollen auf jeden Fall in Zukunft an Kleidungsvorschriften gebunden sein. Wahrscheinlich um den Sport möglichst teuer zu machen.
Wer braucht schon Freiheit, wenn er Sicherheit hat. Die Sicherheit, dass einen die Regierung zu Dumpingpreisen an die Industrie verkauft.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges,Politisches | Schlagwörter: ,

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Mai
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Statt der pluralistischen Gesellschaft eine gesellschaftliche Singularität

Paintball soll verboten werden. Beim Fechten und Schützensport redet niemand von einem Verbot. Beim Jagdsport auch nicht. In fremde Herren Länder zu gehen, und in echt und Farbe andere Menschen tot zu schießen ist auch nicht „sittenwidrig“. Alles klar.
Heute ist die Bundesregierung beim geplanten Paintballverbot zwar wieder zurückgerudert, aber nur „vorerst“, wie es hieß.

Computerspiele sollen verboten werden (nicht alle, aber die spannenden), im Fernsehen oder Kino beschwert sich niemand so sehr über „virtuelle Gewalt“, dass er ernsthaft ein Verbot fordern würde. Sicher, es gibt auch verbotene Filme, aber niemand würde Krimis oder Kriegsfilme ohne ansehen pauschal verbieten wollen. Bei Computerspielen reicht scheinbar ein Blick auf’s Cover: Da sind Soldaten drauf. Verbieten! Handlung ist egal. Überhaupt, haben solche Spiele mittlerweile eine Handlung? Ich kenn nur Pong. Nee, schon klar.

Hm. Was soll sonst noch alles verboten werden?
Tauschbörsen im Netz. Gut, ich weiß nicht, wie aktuell das ist, dass aber die Lobby der Musik- und Filmindustrie auf jeden Fall noch drauf schielt, ist klar.
Früher haben wir den aus dem Radio auf Kasette aufgenommenen Sampler doch auch Freunden kopiert. War das auch schon verboten? Und wenn man eine alte aufgenommene Kasette auf dem Flohmarkt gegen ein Matchboxauto getauscht hat, war das verboten? Und wenn nicht, was ist an Tauschbörsen so anders? Verdient da einer was dran?

Mir scheint es so, als wollen unsere Politiker, vornehmlich die der CDU/CSU und SPD, und wahrscheinlich auch die rechts von den beiden, einfach alles verbieten, was sie nicht kennen, und was ihnen suspekt vorkommt. Das war ja auch schon immer so.
Comics? Kenn ich nicht, kann nicht gut sein. Verbieten!
Fernsehen? Kenn ich nicht, kann nicht gut sein. Verbieten!
Metal? Kenn ich nicht, kann nicht gut sein. Verbieten!
Fantasy Rollenspiel? Kenn ich nicht, ist aber mit Teufeln. Verbieten!
Live Action Role Play? ERST RECHT VERBIETEN!
Paintball? Kenn ich nicht, kann nicht gut sein. Verbieten!
Die Herren Wiefelspütz und Bosbach müssen entweder eine tolle Kindheit und Jugend gehabt haben – ohne Handy, Paintball oder Internet – so dass sie diese auch anderen Menschen ermöglichen wollen, oder eine so miserable, dass sie anderen keine bessere gönnen. In keinem Fall ist es die Aufgabe der Politik nach eigenem Gutdünken harmlose Freizeitbeschäftigungen zu verbieten.

Vielleicht soll bloss auch wieder eine verbindliche „Leitkultur“ geschaffen werden. Alle Menschen sollen gleich werden, damit die Politik nur noch auf eine Zielgruppe Rücksicht nehmen muss. Von dieser genormten Freizeit der Menschen würde dann natürlich auch die Industrie profitieren. Wenn alle gleich sind, braucht man auch nicht mehr so viele Produkte herstellen, und kann die, die alle wollen entsprechend teurer machen.
Da fällt mir ein: Vorgestern habe ich Kledage eingekauft. Ich hab mir beim örtlichen Discounter zwei Hosen zum Kauf gewählt, und dann nach T-Shirts gesucht. Promt hatte ich auch welche gefunden. Hübsch in rot, und mit schwarzem Aufdruck. Eigentlich nicht so teuer mit 2.99 aber ich hab mir dann doch keins gekauft.
Warum? Ich hatte das sogenannte Volks-T-Shirt in der Hand, Produkt einer gemeinsamen Werbeaktion mit >>einem deutschen Boulevardblatt<<. Nee, das muss nicht sein. Da hab ich lieber ein teureres T-Shirt ohne Springerkontakte gekauft. Ich trag ja auch schließlich keine Springerstiefel.
Aber das nur am Rande.

Wenn die CDU weiter am Ruder bleibt, schreibt sie uns vielleicht sowieso irgendwann die T-Shirts vor, die wir tragen. Paintballer sollen auf jeden Fall in Zukunft an Kleidungsvorschriften gebunden sein. Wahrscheinlich um den Sport möglichst teuer zu machen.
Wer braucht schon Freiheit, wenn er Sicherheit hat. Die Sicherheit, dass einen die Regierung zu Dumpingpreisen an die Industrie verkauft.

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