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Apr
13
2009
13

Zwielichtige Vampire I

Gut, nachdem die Mine als Reaktion auf meine Twilight-Filmkritik schrieb: „Das Buch ist aber viel besser!“, oder so, dachte ich, dass es doch eine journalistische Notwendigkeit wäre, wenn ich diese Aussage mal überprüfe.

Also lud ich mir das über 6 CDs dauernde Hörbuch auf meinen MP3-Player, und hörte es in den vergangenen drei Tagen so nebenbei.

Ich komme zu einem erstaunlichen Ergebnis: Der Film ist in vielerlei Hinsicht besser!
Zuerst einmal: Der Film ist wesentlich besser strukturiert, was den Handlungsaufbau angeht. Im Film erfährt die gute von einem Indianer, dass Milchschnittes Familie keine Menschen sind. Statt dessen seien sie „kalte Wesen„, die traditionell im Krieg mit den „wölfischen“ Indianern stehen.
Später dann zushause setzt sie sich an ihren Rechner, und googelt „kalte Wesen“ und „indianische Legenden“, und stößt darauf, dass „kalte Wesen“ scheinbar ein Synonym für „Vampire“ ist.
Sie findet hier also heraus, und das ganze wäre spannend gewesen, wenn man nicht von Anfang an gewusst hätte, dass es um Vampire geht.
Na ja, dann erst konfrontiert sie „Milchschnitte“ mit den Fakten, und er sagt: „Ja, stimmt schon.“ Auf die Frage, wie vielen Babys Milchschnitte schon den Kopf abgebissen hat, antwortet dieser: „Noin, wir sind doch vegetarische Vampire.“ Vegatarisch ist hier im Sinne von: „ernährt sich nur von Tierblut gemeint.“ Auch hier achte man auf den lehrbuchmäßigen Spannungsbogen.

Okay, wie ist es im Buch? Nun dort fragt sie den Indianer nach Milchschnittes Familie, und er sagt ihr sinngemäß: „Ach, das sind Vampire. Aber die trinken nur Tierblut, also keine Angst.“
Dann geht sie heim, und googelt, und liest was über Vampire, und sagt später lapidar zu Milchschnitte: „Ach was, ich hab keine Angst, ihr trinkt doch nur Tierblut, höhö.“
Wo ist da der Spannungsbogen? Vielleicht grad in Urlaub auf Mallorca, und lässt sich volllaufen.

Der Stil im Buch: Ständig finden sich Phrasen im Buch wie „Noch nie war Edward gefährlicher, …oder schöner.“ oder „Er war so unglaublich schön… und gefährlich!“ Man sollte meinen die Leserin hätte das nach den ersten 10 Gelegenheiten, zu denen solche Sätze zu lesen sind, begriffen, aber nein, sowas wird den ganzen Roman über wiederholt. Vielleicht fehlt mir aber tatsächlich das Östrogen, um sowas zu wertschätzen.
Im Film bleibt sowas jedoch ungesagt, was ich besser finde.

Dann die „böösen Vampire“, die nicht nur Tierblut trinken, wie waschechte Vegetarier, sondern auch, und hauptsächlich, Menschenblut.
Mal abgesehen davon, dass beiden männlichen dieser Vampire im Hörbuch schlimme ausländische Akzente verliehen wurden, tauchen diese erst gegen Schluss auf. Hallo Spannungsbogen, ich hoffe du hattest einen schönen Urlaub. Bitte komm bald wieder, wir vermissen dich!
Im Film hingegen, sind diese schon im ersten Drittel präsent, wenn auch in Szenen, in denen keiner der Hauptcharaktere auftaucht. Und nicht nur das: Sie killen sogar einen guten Freund des Vaters der Protagonistin. Solche Mittel helfen die Spannung zu halten. Im Buch scheint dies völlig zu fehlen – es sei denn das Hörbuch ist gekürzt.

Nun, der Punkt der mich am meisten am Film störte, und der beim Buch angeblich „besser gelöst“ sei: das Glitzern.
Im Film nimmt „Milchschnitte“ der 107jährige, untote Teenie unsere Protagonistin kurzerhand huckepack, und trägt sie auf einem Berg in Windeseile über die Wolkendecke. Dort, im prallen Sonnenlicht glitzert er.
Im Buch heißt es fast wörtlich: „Im grellen Sonnenlicht begann er zu glitzern!“ Später ist dann noch von einem „Funkeln“ die Rede, oder davon, dass es ausshe wie „tausend Diamanten“.
Ist das irgendwie besser? Ist das weniger schwul? Ich sehe irgendwie keinen großen Unterschied.

Das einzige was im Buch besser ist als im Film sind die Schauspieler. Das aber auch nur, weil man seine Idealbesetzung im Kopf hat.

Okay, demnächst hör ich mir den zweiten Teil an. Warum? Man kann nur so und so oft im Jahr „Professor Van Dusen“ hören.

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2009
0

Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Wieher!

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,

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Also lud ich mir das über 6 CDs dauernde Hörbuch auf meinen MP3-Player, und hörte es in den vergangenen drei Tagen so nebenbei.

Ich komme zu einem erstaunlichen Ergebnis: Der Film ist in vielerlei Hinsicht besser!
Zuerst einmal: Der Film ist wesentlich besser strukturiert, was den Handlungsaufbau angeht. Im Film erfährt die gute von einem Indianer, dass Milchschnittes Familie keine Menschen sind. Statt dessen seien sie „kalte Wesen„, die traditionell im Krieg mit den „wölfischen“ Indianern stehen.
Später dann zushause setzt sie sich an ihren Rechner, und googelt „kalte Wesen“ und „indianische Legenden“, und stößt darauf, dass „kalte Wesen“ scheinbar ein Synonym für „Vampire“ ist.
Sie findet hier also heraus, und das ganze wäre spannend gewesen, wenn man nicht von Anfang an gewusst hätte, dass es um Vampire geht.
Na ja, dann erst konfrontiert sie „Milchschnitte“ mit den Fakten, und er sagt: „Ja, stimmt schon.“ Auf die Frage, wie vielen Babys Milchschnitte schon den Kopf abgebissen hat, antwortet dieser: „Noin, wir sind doch vegetarische Vampire.“ Vegatarisch ist hier im Sinne von: „ernährt sich nur von Tierblut gemeint.“ Auch hier achte man auf den lehrbuchmäßigen Spannungsbogen.

Okay, wie ist es im Buch? Nun dort fragt sie den Indianer nach Milchschnittes Familie, und er sagt ihr sinngemäß: „Ach, das sind Vampire. Aber die trinken nur Tierblut, also keine Angst.“
Dann geht sie heim, und googelt, und liest was über Vampire, und sagt später lapidar zu Milchschnitte: „Ach was, ich hab keine Angst, ihr trinkt doch nur Tierblut, höhö.“
Wo ist da der Spannungsbogen? Vielleicht grad in Urlaub auf Mallorca, und lässt sich volllaufen.

Der Stil im Buch: Ständig finden sich Phrasen im Buch wie „Noch nie war Edward gefährlicher, …oder schöner.“ oder „Er war so unglaublich schön… und gefährlich!“ Man sollte meinen die Leserin hätte das nach den ersten 10 Gelegenheiten, zu denen solche Sätze zu lesen sind, begriffen, aber nein, sowas wird den ganzen Roman über wiederholt. Vielleicht fehlt mir aber tatsächlich das Östrogen, um sowas zu wertschätzen.
Im Film bleibt sowas jedoch ungesagt, was ich besser finde.

Dann die „böösen Vampire“, die nicht nur Tierblut trinken, wie waschechte Vegetarier, sondern auch, und hauptsächlich, Menschenblut.
Mal abgesehen davon, dass beiden männlichen dieser Vampire im Hörbuch schlimme ausländische Akzente verliehen wurden, tauchen diese erst gegen Schluss auf. Hallo Spannungsbogen, ich hoffe du hattest einen schönen Urlaub. Bitte komm bald wieder, wir vermissen dich!
Im Film hingegen, sind diese schon im ersten Drittel präsent, wenn auch in Szenen, in denen keiner der Hauptcharaktere auftaucht. Und nicht nur das: Sie killen sogar einen guten Freund des Vaters der Protagonistin. Solche Mittel helfen die Spannung zu halten. Im Buch scheint dies völlig zu fehlen – es sei denn das Hörbuch ist gekürzt.

Nun, der Punkt der mich am meisten am Film störte, und der beim Buch angeblich „besser gelöst“ sei: das Glitzern.
Im Film nimmt „Milchschnitte“ der 107jährige, untote Teenie unsere Protagonistin kurzerhand huckepack, und trägt sie auf einem Berg in Windeseile über die Wolkendecke. Dort, im prallen Sonnenlicht glitzert er.
Im Buch heißt es fast wörtlich: „Im grellen Sonnenlicht begann er zu glitzern!“ Später ist dann noch von einem „Funkeln“ die Rede, oder davon, dass es ausshe wie „tausend Diamanten“.
Ist das irgendwie besser? Ist das weniger schwul? Ich sehe irgendwie keinen großen Unterschied.

Das einzige was im Buch besser ist als im Film sind die Schauspieler. Das aber auch nur, weil man seine Idealbesetzung im Kopf hat.

Okay, demnächst hör ich mir den zweiten Teil an. Warum? Man kann nur so und so oft im Jahr „Professor Van Dusen“ hören.

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Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Wieher!

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