Mrz
06
2008

Rückkehr zum Planet der Affen

Neulich habe ich wieder mal nach langer Zeit den zweiten Teil der Reihe um den Planeten der Affen gesehen.
Als der Film so nebenbei vor sich hinplätscherte, während ich irgendwas am Rechner machte, wurde mir plötzlich bewusst, wie damals das Skript für den Film zustande gekommen sein muss.

Ich stelle mir das so vor:
Verschiedene „kreative“ Köpfe und ein Produzent sitzen um einen großen Tisch herum, und überlegen, wie man das Sequel zum erfolgreichen Film „Planet der Affen“ gestalten soll.
„Planet der Affen“ hat ja immerhin einen Oskar gewonnen. Wenn ich mich nicht irre, sogar für die Spezialeffekte.
Diese – insbesondere die Affenmasken – liegen ja noch irgendwo auf dem Studio in irgendeiner Kiste, und so wäre es doch schade, wenn man sie verkommen ließe.
Nun, also MUSS ein Sequel her, doch wie macht man das jetzt?

Einer sagt: „Also ich finde, man sollte die Handlung da aufnehmen, wo der erste Film aufhört.“

Ein anderer fragt: „Hat denn Charlton Heston überhaupt Zeit?“

Einer antwortet: „Ach, für ein paar Szenen kriegen wir ihn bestimmt.“

„Nur für ein paar?“

„Na, für den Rest des Filmes können wir ja jemanden nehmen, der ihm ähnlich sieht.“

„Merkt das keiner?“

„Wir können das ja irgendwie in die Handlung einbinden.“

„hm….“

„Was brauchen wir noch…?“

„Ich habs! Ich finde diese Schnecke im Fellbikini aus dem ersten Teil sollte wieder dabei sein.“

„Super Idee. Die hat bestimmt nichts anderes vor. Die kann dann auch den ganzen Film über mitspielen.“

„Und was machen wir für die Handlung?“

„Vielleicht wollen böse Gorillas Krieg führen?“

„Ja, gegen wen denn?“

„Gegen die Schimpansen?“

„Nein, das ist Quatsch. Wir haben doch im ersten Teil schon gesagt Affen dürften Affen nicht umbringen…“

„Können wir ja ändern.“

Dann mischt sich der Produzent ein: „Also! So geht das nicht. Ein Krieg von Affen gegen Affen. Wen interessiert denn das! Da schaltet der Kinogänger doch innerlich ab!“

„Hm. Also kein Krieg…“

„Doch, Krieg ist keine schlechte Idee“, räumt der Produzent ein, „Aber mehr so ein Krieg zwischen Affen und Menschen. Da kann sich der Zuschauer dann auch identifizieren.“

„Ich will die New Yorker U-Bahn in dem Film haben.“, sagt einer. Alle ignorieren ihn.

„Affen gegen Menschen geht auch nicht. Menschen sind doch da nur wilde Tiere.“

„Tja, es könnte ja noch einige schlaue Menschen geben, die irgendwo überlebt haben.“, mutmaßt der Produzent, und kratzt sich am Kinn.

„In der New Yorker U-Bahn?“, fragt der eine wieder, und wird noch einmal ignoriert.

„Vielleicht haben sie irgendwie… unterirdisch überlebt.“, sagt ein anderer, als wäre es seine Idee gewesen.

„Radioaktive unterirdische Leute!“

„MUTANTEN!“, schreit einer aufgeregt dazwischen.

„Radioaktive unterirdische Mutanten.“

„…in der New Yorker U-Bahn.“, sagt der eine wieder, in der Hoffnung, dass seine Idee aufgegriffen wird. Erfolglos.

„Nee. Wir müssen doch den Leuten vom Effektdepartment auch was zu tun geben.“, sagt ein ganz anderer.

„Was meinst du?“, fragt der Produzent. „Wir haben doch die Affen!“

„Ja“, antwortet der ganz andere. „Aber das ist doch nichts neues. Und ansonsten nur Menschen und noch mehr Manschen…“

„Es sind aber doch Mutanten!“, erinnert ein anderer.

„Ja, aber…“, meint der ganz andere.

„Die könnten ja sechs Arme haben.“

„Nee, das kriegen die nicht überzeugend hin. Wenn wir wieder einen Oskar kriegen wollen, dann müssen wir schon irgendwelche überzeugenden Masken bringen, wie beim ersten Film.“, sagt der Produzent.

„Wie wäre es… wenn diese Mutanten keine Haut hätten…“, sagt einer.

„Ja… das ginge…“, sagt der Typ der den Film besetzen soll. „Aber wer spielt schon gern einen ganzen Film, wenn man sein Gesicht nie sieht.“

Alle nicken zustimmend und nachdenklich. Sie erinnern sich an die Probleme die sie hatten, damals die Affen für den ersten Film zu besetzen.

„Ich habs!“, ruft einer. „Die Mutanten können sich die Gesichtshaut abziehen, tun das aber nur selten!“

„Das ist die Idee!“, sagt der Produzent, und verlässt die Besprechung. Er ruft im Verlassen des Raumes den Kreativen zu: „Ihr macht das schon!“

„So. Jetzt wo der Produzent weg ist, sollten wir noch schnell eine sozialkritische Komponente in den Plot einbauen. Ich denke die hat uns beim ersten Teil zu dem Oskar verholfen.“

„Vielleicht, wenn wir die New Yorker U-Bahn-„, sagt der U-Bahn Fan wieder, wird aber unterbrochen.

„Atombomben!“, brüllen gleich zwei synchron.

„Atombomben. Sehr sozialkritisch. Sehr gut. Aber wie binden wir die in die Handlung ein?“

„Die Mutanten beten eine Atomrakete an!“

„Hm…“

„…und sie ziehen sich die Haut nur vom Gesicht, wenn sie beten zu der Rakete!“

„Wunderbar. Der Plot steht soweit. Affen führen Krieg gegen unterirdische Mutanten, die eine Atomrakete anbeten. Das ganze schildern wir dann aus der Sicht eines Astronauten, wie im ersten Teil. Da kann eigentlich nichts mehr schief gehen.“

„Fehlt nur noch ein Wahrzeichen, wie die Freiheitsstatue im ersten Teil.“

„Stimmt. Und das Wahrzeichen sollte auch in New York liegen, da der erste Teil ja dort spielt.“

„…und es sollte nach Möglichkeit unterirdisch sein.“

„Wie wäre es mit der New Yorker U-Bahn?“, fragt der U-Bahn Fan mittlerweile gänzlich ohne Hoffnung.

„Perfekt! Gentlemen, wir haben einen Film zu drehen!“

Und genau so wurde der Film auch. Einen Oskar hat er meines Wissens allerdings nicht gewonnen.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Filme,Kurzrezensionen,Lustiges | Schlagwörter: ,

Keine Kommentare »

RSS feed for comments on this post. TrackBack URL

Leave a comment

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes

Better Tag Cloud