Impactsuspect » 2008 » Februar
Feb
16
2008
--

Die Zukunft ist jetzt! (…fast schon vorbei, eigentlich)

Seltsam, wie sich die Welt in den letzten 20 Jahren doch verändert hat. Wenn man die letzten 20 Jahre ständig auf ihr war und einen gewissen Kontakt zum Puls des Geschehens behalten hat, dann fällt einem das nicht so auf.
Wer jedoch schon in den ausgehenden 80ern Science-Fiction-Romane gelesen hat, der merkt, wie die Realität die Fiktion langsam überholt.

Ein Beispiel hierfür ist das Internet. Das gab es zwar auch schon irgendwie in den 1980ern, aber weiß Gott nicht in der heutigen Form, und nicht für jeden verfügbar. Ich erinnere nur mal an den Film „WarGames“ aus den beginnenden 80ern, der ohne weiteres der Science Fiction zuzuordnen war, und heute eher wirkt wie ein altbackener Thriller. Das einzige SF-Element, dass dem Film heute geblieben ist, ist der intelligente Computer, der im Film im War Room der US-Verteidigung steht.
Na ja, ich schweife ab. Mittlerweile geht jedoch einiges, was in WarGames noch Zukunftsmusik war: Es gibt Hacker, die sich in den FBI-Computer einhacken; und das von außerhalb des FBI Gebäudes. Es gibt Computerspiele, die einen den 3. Weltkrieg „nachspielen“ lassen, und ich zweifle auch nicht daran, dass ein Großteil der atomaren Waffen der USA von Computern gesteuert und verwaltet wird.
Auch das Internet ist Realität, wie man es z.B. in Neuromancer schon kennt, nur dass es damals Cyberspace hieß. Auch in anderen Werken der SF kam der „Cyberspace“ oder eben eine dem Internetähnliche elektronische „Datensphäre“ vor, nur dass ich es mir damals anders vorgestellt habe.
Ich denke an dieser Vorstellung ist auch „Neuromancer“ von William Gibson schuld. Als ich das Buch zum erstem Mal las, kam ich nicht umhin mir das Internet wie eine Art virtuellen Raum vorzustellen, in dem geometrische Figuren die Programme und Agenten darstellten. Das ganze hab ich mir in Vektorgrafik vorgestellt, weil diese damals Top-Notch-Technology war.
In Wirklichkeit zeigt sich, dass ich näher an der Wahrheit gewesen wäre, hätte ich mir das Internet (oder den Cyberspace eben) als riesiges Textadventure vorgestellt. Aber hinterher weiß man immer mehr.

In meinen Streifzügen durch die Bücherei in meinem Heimatdorf bin ich auch mal über ein Buch gestolpert, dass verschiedene Vorstellungen von zukünftiger Technologie aus der SF analysiert, und mit der Hilfe von Wissenschaftlern in eine Art realistischer Prognose zu verwandeln versuchte.
Aus diesem Buch – der Titel ist mir leider entfallen – habe ich damals z.B. erfahren, dass Unsichtbarkeit und Zeitreisen unmöglich sind.
Etwas anderes jedoch wurde von diesem Buch schon für die nahe Zukunft vorhergesagt: Armbanduhren mit eingebautem Telefon, rotem Notrufknopf und einem Ortungssystem, das via Sattelit feststellt, wo der Notrufende ist.
Diese Armbaduhren (im Buch „Ardios“ genannt) sahen in den Illustrationen in etwa so aus wie damals 1985 handelsübliche Digitaluhren mit Taschenrechner.
Haben wir die heute? Nein. (Also Digitaluhren mit Taschenrechner schon, aber nicht jeder hat eine Armbanduhr mit Telefon) Aber wir haben Handys. Da ist auch eine Uhr drin, und selbst wenn man kein Geld mehr auf der Prepaidkarte hat, oder der Anschluss gesperrt ist, funktionieren noch immer die Notrufe.
Wie oft passiert es mir, dass ich ein älteres Buch lese (gerne auch ältere Science Fiction) , oder einen älteren Film sehe, wo der Protagonist gerade irgendwo im Wald oder in der Wüste sitzt, und ich mir denke, soll der halt mal sein Handy benutzen, und ein Taxi rufen.
So schnell kanns gehen, und man erinnert sich kaum noch daran, wie es ohne so nützliche technische Spielereien war.

In diesem Sinne: Die Zukunft ist heute, und war gestern auch schon.

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter: ,
Feb
16
2008
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Das mach ich doch mit links…

Ich bin Rechtshänder.
Schon immer. Ich bin keiner von diesen umgelernten Ex-Linkshändern, noch bin ich Beidhänder.
Als ich noch ein Kind war, gab es zwar mal eine Zeit, in der mein Bruder zu beweisen versucht hat, dass ich Linkshänder wäre und ich habe ihn eine Zeit lang auch an der Nase herumgeführt, indem ich versucht habe alles mit links zu machen.
War schon lustig, wenn er dann zu meiner Mutter lief und aufgeregt „Schau mal! Heiko ist Linkshänder!“ rief, aber trotzdem bin ich immer Rechtshänder gewesen, was mein Bruder dann auch irgendwann einsehen musste.
Trotzdem ist es seltsam, was man im täglichen Leben so alles mit links macht.
Man sollte ja meinen, dass das Feinmotorische eher von der rechten und das Grobmotorische eher von der linken Hand erledigt wird, oft ist es aber umgekehrt. Allen Erwartungen zum Trotz, sozusagen.
Wenn ich mir die Haare Wasche, dann halte ich zum Beispiel mit der Rechten den Duschkopf, während ich mit der linken das Shampoo aus den Haaren wuschele. Eigentlich ist doch das bloße Halten des Duschkopfes eher grobmotorisch, und das Wuscheln eher feinmotorisch, trotzdem mache ich letzteres mit links.
Ich habs neulich mal anders herum versucht, es hat aber nicht funktioniert.
Beim Gitarrespielen ist mit etwas ähnliches aufgefallen: Die doch schon motorisch eher komlizierten Akkorde greift ein Rechtshänder mit links, während er die Gitarre mit rechts anschlägt. Auch das funktioniert umgekehrt nicht. Schon gar nicht mit einer Rechtshändergitarre.
Seltsam, oder?

Feb
07
2008
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Doctor Who dann auch schon wieder abgesetzt

Eine sehr gute britische SF-Serie, die dieses Wochenende noch einmal bei Pro Sieben läuft (Samstag ab 17:00 Uhr) wird dann auch schon wieder ins Regal gestellt. Schade. Hier in Deutschland scheint niemand Doctor Who zu schauen.

Woran mag es nur liegen? Wer weiß.
An der Synchro lag es wohl nicht. Obwohl ich den Trailer der auf ProSieben lief schon recht grausam fand, hat sich beim Konsum der ersten deutschen Folge herausgestellt, dass die Synchro solide war. Vielleicht sogar „gut“, wenn auch nicht überragend.
Der Doctor hatte eine etwas sehr viel zu helle Stimme, und die Mutter von Rose kam nun gar nicht so schön „unterschichtig“ wie im Originalton rüber. Die Synchronstimme von Jackee Tyler hat eher so geklungen als würde sie zu Emily Gilmore passen, aber was soll’s.
An der Synchro lag es aber nicht, obwohl ich mir gewünscht hätte die öffentlich Rechtlichen hätten für diese gesorgt.

Woran lags dann? An den Schnitten?
Kann sein. Wenn im Original geschossen wird, und jemand umfällt, ist das Verhältnis von Ursache und Wirkung relativ klar. Wenn in der deutschen ProSieben-Version nicht geschossen wird, aber trotzdem jemand umfällt, nicht mehr.
Warum überhaupt schneiden? In Großbritannien ist Doctor Who auch eine Serie für die ganze Familie, läuft kaum später, und wird auch von Kindern gesehen.
Aber naja.
Liegts also daran? Schon eher.

Könnte es eventuell nicht auch daran liegen, dass die in den letzten Wochen ausgestrahlten Folgen schon drei Jahre alt sind, und jeder potentielle Fan in Deutschland die Serie deshalb schon im Original kennt?
Ich denke das wäre möglich.
2005 nach dem ungeahnten Erfolg im britischen Fernsehen hat sich ProSieben die Rechte fast umgehend gesichert, nur um dann jahrelang dem deutschen Publikum die Ausstrahlung vorzuenthalten.
Natürlich sehen derweil die Serie einige auf BBC1, wenn der Satellitenempfang es zulässt. Natürlich kann man sie sich auch aus dem Internet herunterladen, legal und illegal. Natürlich gibt es mittlerweile auch die 3. Staffel auf DVD. Natürlich kann man sich diese auch nach Deutschland liefern lassen. Es gibt sogar auch schon deutsche DVD-Boxen.

Und da wundert sich ProSieben, dass niemand mehr einschaltet? 2005 oder zumindest 2006 hättet ihr die Serie bringen sollen, noch bevor sie alle SciFI-Geeks kennen, die in Deutschland so rumlaufen. Und dann eventuell auch nicht auf den Sendeplatz hättet ihr sie setzen sollen.
Ich hätte sie ja auf den ProSieben-Mystery-Montag gelegt. Zwischen Lost und 4400, oder so. Da passt sie IMHO besser hin, und da wär sie auch – trotz grenzwertiger Synchro und hoffentlich ungeschnitten – besser gelaufen.

Das schwant ProSieben sicher mittlerweile auch. Aber 3 Jahre nachdem man eine Chance verpasst hat, ist man ja immer schlauer.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Kurzrezensionen,Serien | Schlagwörter: ,
Feb
05
2008
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Bulle ist nicht gleich Bulle

Rinder haben, wie jeder der auf dem Land aufgewachsen ist wei�, verschiedene Farben. Es gibt braune, schwarze und gefleckte. Manche sollen sogar richtig rot sein, und graue sowie wei�e Rinder gibt es natürlich auch.
Die gefleckten Rinder nennt man gerne auch rotbunt oder schwarzbunt, obwohl sie eigentlich nicht bunt sind, sondern schwarz bzw. braun oder rot mit wei�en Flecken.
Vermutlich haben frühe Landwirte die Ausdrücke �rotbunt� und �schwarzbunt� geprägt, damit ihr ansonsten eher erdtönerner Alltag ein wenig mehr Farbe bekommt.
�Bulle� steht jedoch nicht nur für das männliche Rind, sondern ist in der Umgangssprache ein aus dem Rotwelsch stammender Terminus für einen Polizisten.
Rotwelsch war einmal eine Geheimsprache für Gauner, und aus ihr haben wir neben �Bulle� für Polizist auch andere farbenfrohe Ausdrücke übernommen.
�Baldowern� zum Beispiel, oder auch �Schmuh.�
Warum der Polizist den Ausdruck �Bulle� bekommen hat, lässt uns erst einmal rätseln.
Vielleicht weil Bullen recht stur ein Ziel verfolgen, wenn es einmal ihren Argwohn erregt hat, oder weil sie die Herde beschützen? Vielleicht auch � weniger schmeichelhaft � weil ein Bulle recht wenig im Kopf hat au�er Essen und mit gesenkten Hörner auf andere loszustürmen?
Laut Wikipedia ist das Gegenteil der Fall. �Bulle� kommt offenbar aus dem Niederländischen. Pate stand das Wort �Bol� was so viel hei�t wie �kluger Kopf� oder �kluger Mensch�.
Es erscheint in diesem Kontext seltsam, dass �Bulle� an einen Polizisten gerichtet eine Beamtenbeleidigung ist.

Obwohl also der Bulle auf dem Feld, und der im Streifenwagen wenig miteinander zu tun haben, wenn man die Wortherkunft betrachtet, gibt es weitere Parallelen.
Lange Zeit waren in Deutschland alle Bullen der zweiten Kategorie grün. Vereinzelt traf man mal auf einen schwarzen oder braunen Bullen, aber das war dann meistens ein Polizeihund, der keine Uniform trug.
Neulich erst habe ich am Westerländer Bahnhof einen solchen beobachten können.
Die niedliche Promenadenmischung, die ein wenig so aussah wie ein schwarz bepelzter Collie warf sich förmlich in die Leine, an deren anderem Ende ein normaler grüner Bulle stand, um besser an den Bahnhofsschlie�fächern schnüffeln zu können. Er suchte wohl nach Drogen, und während ich so zusah, fand er auch welche.
Das bemerkenswerteste fand ich, dass der kleine niedliche Bulle auf vier Beinen einen solchen Spa� an der Sache hatte. Der fluffige Schwanz wedelte die ganze Zeit, und der Hund war mit offensichtlicher Freude und �bereifer bei der Sache.

Die zweibeinigen Bullen, die einen Nachts auf den Seitenstreifen winken, sind selten so fröhlich. Die blenden einen immer nur mit der Taschenlampe, fragen einen nach Waffen, Drogen oder Alkohol, und sind dann enttäuscht, wenn sie keines der drei Dinge in meinem Auto finden.
Ich hab schon mal überlegt, ob ich meine antike Wurfaxt in den Kofferraum legen sollte, nur damit ich die Frage nach Waffen wenigstens bejahen kann. Nur um den klugen Köpfen eine Freude zu bereiten, welche zu solch später Stunde die Herde beschützen. Ich hab mich aber dagegen entschieden.

Nun, aber ich komme vom Thema ab, auch wenn ich den roten Faden noch in Sichtweite hab.

Neulich bin ich wieder mal am Westerländer Bahnhof gewesen, und wie es sich so verhält, kann man da gerade Sonntags sehr lange auf seinen Zug warten. Es war so gegen 12 Uhr, und der nächste Zug kam um zehn vor Zwei.
Da man schlecht einen Bus nehmen kann, der durchs Wattenmeer fährt, und mir ein Flugticket nach Hamburg, und dann eine Zugverbindung nach Niebüll 1. zu umständlich und 2. viel zu teuer war, blieb mir nichts anderes übrig, als zu warten.
Da fiel mir wieder ein Phänomen auf, dass mit den Hütern des Rechts und der Ordnung zu tun hatte:
Ich sah in einiger Ferne einen Polizisten mit einer schwarzen Uniform, dann lief einer mit einer blauen Uniform herum, und schlie�lich sah ich dann am Nachbargleis einen der gewohnten grünen. Drei Sorten Polizisten? Das wollte ich jetzt genauer wissen.
Ich ging also zu dem grünen am Nachbargleis, und fragte ihn, welches denn jetzt die echten Polizisten wären, die grünen, die blauen oder am Ende gar die schwarzen.
Ich wies an dieser Stelle darauf hin, dass Deutschland schon sehr schlechte Erfahrungen mit Polizisten gemacht hatte, die in schwarzen Uniformen dahergekommen waren.
Die Antwort war ebenso einfach, wie verblüffend verwirrend.
Alle waren richtige Polizisten.
Wieso dann die verschiedenen Farben? War es ein Ablenkungsmanöver, damit der Kriminelle den Polizisten nicht gleich auf den ersten Blick entdeckte?
Nein, es ginge wie immer nur ums Geld.
Es gab die Weisung die grünen Uniformen durch schwarze und blaue zu ersetzen � wo genau der Unterschied zwischen schwarz und blau ist habe ich vergessen. Leider gab es in den Landkreisen jedoch nicht genug Geld, damit alle sofort ihre neuen Uniformen bekamen.
Also mussten einige Polizisten weiter mit ihren unmodischen grünen Uniformen zurechtkommen, sagte mit der grüne Polizist mit bedauernder Miene.

Bald sind also vielleicht alle Polizisten blau.
Ein Anblick, an den wir uns erst einmal gewöhnen müssen.
Aber sehen wir das Positive: Es ergibt dann endlich wieder einen Sinn, wenn man das Rauchhaus-Lied von Ton Steine Scherben singt: �Der Mariannenplatz war blau soviel Bullen waren da…�
Früher hab ich mich im Geiste immer gefragt: �Blau? Der müsste doch eigentlich grün sein, oder?�

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter:

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Feb
16
2008
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Die Zukunft ist jetzt! (…fast schon vorbei, eigentlich)

Seltsam, wie sich die Welt in den letzten 20 Jahren doch verändert hat. Wenn man die letzten 20 Jahre ständig auf ihr war und einen gewissen Kontakt zum Puls des Geschehens behalten hat, dann fällt einem das nicht so auf.
Wer jedoch schon in den ausgehenden 80ern Science-Fiction-Romane gelesen hat, der merkt, wie die Realität die Fiktion langsam überholt.

Ein Beispiel hierfür ist das Internet. Das gab es zwar auch schon irgendwie in den 1980ern, aber weiß Gott nicht in der heutigen Form, und nicht für jeden verfügbar. Ich erinnere nur mal an den Film „WarGames“ aus den beginnenden 80ern, der ohne weiteres der Science Fiction zuzuordnen war, und heute eher wirkt wie ein altbackener Thriller. Das einzige SF-Element, dass dem Film heute geblieben ist, ist der intelligente Computer, der im Film im War Room der US-Verteidigung steht.
Na ja, ich schweife ab. Mittlerweile geht jedoch einiges, was in WarGames noch Zukunftsmusik war: Es gibt Hacker, die sich in den FBI-Computer einhacken; und das von außerhalb des FBI Gebäudes. Es gibt Computerspiele, die einen den 3. Weltkrieg „nachspielen“ lassen, und ich zweifle auch nicht daran, dass ein Großteil der atomaren Waffen der USA von Computern gesteuert und verwaltet wird.
Auch das Internet ist Realität, wie man es z.B. in Neuromancer schon kennt, nur dass es damals Cyberspace hieß. Auch in anderen Werken der SF kam der „Cyberspace“ oder eben eine dem Internetähnliche elektronische „Datensphäre“ vor, nur dass ich es mir damals anders vorgestellt habe.
Ich denke an dieser Vorstellung ist auch „Neuromancer“ von William Gibson schuld. Als ich das Buch zum erstem Mal las, kam ich nicht umhin mir das Internet wie eine Art virtuellen Raum vorzustellen, in dem geometrische Figuren die Programme und Agenten darstellten. Das ganze hab ich mir in Vektorgrafik vorgestellt, weil diese damals Top-Notch-Technology war.
In Wirklichkeit zeigt sich, dass ich näher an der Wahrheit gewesen wäre, hätte ich mir das Internet (oder den Cyberspace eben) als riesiges Textadventure vorgestellt. Aber hinterher weiß man immer mehr.

In meinen Streifzügen durch die Bücherei in meinem Heimatdorf bin ich auch mal über ein Buch gestolpert, dass verschiedene Vorstellungen von zukünftiger Technologie aus der SF analysiert, und mit der Hilfe von Wissenschaftlern in eine Art realistischer Prognose zu verwandeln versuchte.
Aus diesem Buch – der Titel ist mir leider entfallen – habe ich damals z.B. erfahren, dass Unsichtbarkeit und Zeitreisen unmöglich sind.
Etwas anderes jedoch wurde von diesem Buch schon für die nahe Zukunft vorhergesagt: Armbanduhren mit eingebautem Telefon, rotem Notrufknopf und einem Ortungssystem, das via Sattelit feststellt, wo der Notrufende ist.
Diese Armbaduhren (im Buch „Ardios“ genannt) sahen in den Illustrationen in etwa so aus wie damals 1985 handelsübliche Digitaluhren mit Taschenrechner.
Haben wir die heute? Nein. (Also Digitaluhren mit Taschenrechner schon, aber nicht jeder hat eine Armbanduhr mit Telefon) Aber wir haben Handys. Da ist auch eine Uhr drin, und selbst wenn man kein Geld mehr auf der Prepaidkarte hat, oder der Anschluss gesperrt ist, funktionieren noch immer die Notrufe.
Wie oft passiert es mir, dass ich ein älteres Buch lese (gerne auch ältere Science Fiction) , oder einen älteren Film sehe, wo der Protagonist gerade irgendwo im Wald oder in der Wüste sitzt, und ich mir denke, soll der halt mal sein Handy benutzen, und ein Taxi rufen.
So schnell kanns gehen, und man erinnert sich kaum noch daran, wie es ohne so nützliche technische Spielereien war.

In diesem Sinne: Die Zukunft ist heute, und war gestern auch schon.

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Feb
16
2008
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Das mach ich doch mit links…

Ich bin Rechtshänder.
Schon immer. Ich bin keiner von diesen umgelernten Ex-Linkshändern, noch bin ich Beidhänder.
Als ich noch ein Kind war, gab es zwar mal eine Zeit, in der mein Bruder zu beweisen versucht hat, dass ich Linkshänder wäre und ich habe ihn eine Zeit lang auch an der Nase herumgeführt, indem ich versucht habe alles mit links zu machen.
War schon lustig, wenn er dann zu meiner Mutter lief und aufgeregt „Schau mal! Heiko ist Linkshänder!“ rief, aber trotzdem bin ich immer Rechtshänder gewesen, was mein Bruder dann auch irgendwann einsehen musste.
Trotzdem ist es seltsam, was man im täglichen Leben so alles mit links macht.
Man sollte ja meinen, dass das Feinmotorische eher von der rechten und das Grobmotorische eher von der linken Hand erledigt wird, oft ist es aber umgekehrt. Allen Erwartungen zum Trotz, sozusagen.
Wenn ich mir die Haare Wasche, dann halte ich zum Beispiel mit der Rechten den Duschkopf, während ich mit der linken das Shampoo aus den Haaren wuschele. Eigentlich ist doch das bloße Halten des Duschkopfes eher grobmotorisch, und das Wuscheln eher feinmotorisch, trotzdem mache ich letzteres mit links.
Ich habs neulich mal anders herum versucht, es hat aber nicht funktioniert.
Beim Gitarrespielen ist mit etwas ähnliches aufgefallen: Die doch schon motorisch eher komlizierten Akkorde greift ein Rechtshänder mit links, während er die Gitarre mit rechts anschlägt. Auch das funktioniert umgekehrt nicht. Schon gar nicht mit einer Rechtshändergitarre.
Seltsam, oder?

Feb
07
2008
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Doctor Who dann auch schon wieder abgesetzt

Eine sehr gute britische SF-Serie, die dieses Wochenende noch einmal bei Pro Sieben läuft (Samstag ab 17:00 Uhr) wird dann auch schon wieder ins Regal gestellt. Schade. Hier in Deutschland scheint niemand Doctor Who zu schauen.

Woran mag es nur liegen? Wer weiß.
An der Synchro lag es wohl nicht. Obwohl ich den Trailer der auf ProSieben lief schon recht grausam fand, hat sich beim Konsum der ersten deutschen Folge herausgestellt, dass die Synchro solide war. Vielleicht sogar „gut“, wenn auch nicht überragend.
Der Doctor hatte eine etwas sehr viel zu helle Stimme, und die Mutter von Rose kam nun gar nicht so schön „unterschichtig“ wie im Originalton rüber. Die Synchronstimme von Jackee Tyler hat eher so geklungen als würde sie zu Emily Gilmore passen, aber was soll’s.
An der Synchro lag es aber nicht, obwohl ich mir gewünscht hätte die öffentlich Rechtlichen hätten für diese gesorgt.

Woran lags dann? An den Schnitten?
Kann sein. Wenn im Original geschossen wird, und jemand umfällt, ist das Verhältnis von Ursache und Wirkung relativ klar. Wenn in der deutschen ProSieben-Version nicht geschossen wird, aber trotzdem jemand umfällt, nicht mehr.
Warum überhaupt schneiden? In Großbritannien ist Doctor Who auch eine Serie für die ganze Familie, läuft kaum später, und wird auch von Kindern gesehen.
Aber naja.
Liegts also daran? Schon eher.

Könnte es eventuell nicht auch daran liegen, dass die in den letzten Wochen ausgestrahlten Folgen schon drei Jahre alt sind, und jeder potentielle Fan in Deutschland die Serie deshalb schon im Original kennt?
Ich denke das wäre möglich.
2005 nach dem ungeahnten Erfolg im britischen Fernsehen hat sich ProSieben die Rechte fast umgehend gesichert, nur um dann jahrelang dem deutschen Publikum die Ausstrahlung vorzuenthalten.
Natürlich sehen derweil die Serie einige auf BBC1, wenn der Satellitenempfang es zulässt. Natürlich kann man sie sich auch aus dem Internet herunterladen, legal und illegal. Natürlich gibt es mittlerweile auch die 3. Staffel auf DVD. Natürlich kann man sich diese auch nach Deutschland liefern lassen. Es gibt sogar auch schon deutsche DVD-Boxen.

Und da wundert sich ProSieben, dass niemand mehr einschaltet? 2005 oder zumindest 2006 hättet ihr die Serie bringen sollen, noch bevor sie alle SciFI-Geeks kennen, die in Deutschland so rumlaufen. Und dann eventuell auch nicht auf den Sendeplatz hättet ihr sie setzen sollen.
Ich hätte sie ja auf den ProSieben-Mystery-Montag gelegt. Zwischen Lost und 4400, oder so. Da passt sie IMHO besser hin, und da wär sie auch – trotz grenzwertiger Synchro und hoffentlich ungeschnitten – besser gelaufen.

Das schwant ProSieben sicher mittlerweile auch. Aber 3 Jahre nachdem man eine Chance verpasst hat, ist man ja immer schlauer.

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Feb
05
2008
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Bulle ist nicht gleich Bulle

Rinder haben, wie jeder der auf dem Land aufgewachsen ist wei�, verschiedene Farben. Es gibt braune, schwarze und gefleckte. Manche sollen sogar richtig rot sein, und graue sowie wei�e Rinder gibt es natürlich auch.
Die gefleckten Rinder nennt man gerne auch rotbunt oder schwarzbunt, obwohl sie eigentlich nicht bunt sind, sondern schwarz bzw. braun oder rot mit wei�en Flecken.
Vermutlich haben frühe Landwirte die Ausdrücke �rotbunt� und �schwarzbunt� geprägt, damit ihr ansonsten eher erdtönerner Alltag ein wenig mehr Farbe bekommt.
�Bulle� steht jedoch nicht nur für das männliche Rind, sondern ist in der Umgangssprache ein aus dem Rotwelsch stammender Terminus für einen Polizisten.
Rotwelsch war einmal eine Geheimsprache für Gauner, und aus ihr haben wir neben �Bulle� für Polizist auch andere farbenfrohe Ausdrücke übernommen.
�Baldowern� zum Beispiel, oder auch �Schmuh.�
Warum der Polizist den Ausdruck �Bulle� bekommen hat, lässt uns erst einmal rätseln.
Vielleicht weil Bullen recht stur ein Ziel verfolgen, wenn es einmal ihren Argwohn erregt hat, oder weil sie die Herde beschützen? Vielleicht auch � weniger schmeichelhaft � weil ein Bulle recht wenig im Kopf hat au�er Essen und mit gesenkten Hörner auf andere loszustürmen?
Laut Wikipedia ist das Gegenteil der Fall. �Bulle� kommt offenbar aus dem Niederländischen. Pate stand das Wort �Bol� was so viel hei�t wie �kluger Kopf� oder �kluger Mensch�.
Es erscheint in diesem Kontext seltsam, dass �Bulle� an einen Polizisten gerichtet eine Beamtenbeleidigung ist.

Obwohl also der Bulle auf dem Feld, und der im Streifenwagen wenig miteinander zu tun haben, wenn man die Wortherkunft betrachtet, gibt es weitere Parallelen.
Lange Zeit waren in Deutschland alle Bullen der zweiten Kategorie grün. Vereinzelt traf man mal auf einen schwarzen oder braunen Bullen, aber das war dann meistens ein Polizeihund, der keine Uniform trug.
Neulich erst habe ich am Westerländer Bahnhof einen solchen beobachten können.
Die niedliche Promenadenmischung, die ein wenig so aussah wie ein schwarz bepelzter Collie warf sich förmlich in die Leine, an deren anderem Ende ein normaler grüner Bulle stand, um besser an den Bahnhofsschlie�fächern schnüffeln zu können. Er suchte wohl nach Drogen, und während ich so zusah, fand er auch welche.
Das bemerkenswerteste fand ich, dass der kleine niedliche Bulle auf vier Beinen einen solchen Spa� an der Sache hatte. Der fluffige Schwanz wedelte die ganze Zeit, und der Hund war mit offensichtlicher Freude und �bereifer bei der Sache.

Die zweibeinigen Bullen, die einen Nachts auf den Seitenstreifen winken, sind selten so fröhlich. Die blenden einen immer nur mit der Taschenlampe, fragen einen nach Waffen, Drogen oder Alkohol, und sind dann enttäuscht, wenn sie keines der drei Dinge in meinem Auto finden.
Ich hab schon mal überlegt, ob ich meine antike Wurfaxt in den Kofferraum legen sollte, nur damit ich die Frage nach Waffen wenigstens bejahen kann. Nur um den klugen Köpfen eine Freude zu bereiten, welche zu solch später Stunde die Herde beschützen. Ich hab mich aber dagegen entschieden.

Nun, aber ich komme vom Thema ab, auch wenn ich den roten Faden noch in Sichtweite hab.

Neulich bin ich wieder mal am Westerländer Bahnhof gewesen, und wie es sich so verhält, kann man da gerade Sonntags sehr lange auf seinen Zug warten. Es war so gegen 12 Uhr, und der nächste Zug kam um zehn vor Zwei.
Da man schlecht einen Bus nehmen kann, der durchs Wattenmeer fährt, und mir ein Flugticket nach Hamburg, und dann eine Zugverbindung nach Niebüll 1. zu umständlich und 2. viel zu teuer war, blieb mir nichts anderes übrig, als zu warten.
Da fiel mir wieder ein Phänomen auf, dass mit den Hütern des Rechts und der Ordnung zu tun hatte:
Ich sah in einiger Ferne einen Polizisten mit einer schwarzen Uniform, dann lief einer mit einer blauen Uniform herum, und schlie�lich sah ich dann am Nachbargleis einen der gewohnten grünen. Drei Sorten Polizisten? Das wollte ich jetzt genauer wissen.
Ich ging also zu dem grünen am Nachbargleis, und fragte ihn, welches denn jetzt die echten Polizisten wären, die grünen, die blauen oder am Ende gar die schwarzen.
Ich wies an dieser Stelle darauf hin, dass Deutschland schon sehr schlechte Erfahrungen mit Polizisten gemacht hatte, die in schwarzen Uniformen dahergekommen waren.
Die Antwort war ebenso einfach, wie verblüffend verwirrend.
Alle waren richtige Polizisten.
Wieso dann die verschiedenen Farben? War es ein Ablenkungsmanöver, damit der Kriminelle den Polizisten nicht gleich auf den ersten Blick entdeckte?
Nein, es ginge wie immer nur ums Geld.
Es gab die Weisung die grünen Uniformen durch schwarze und blaue zu ersetzen � wo genau der Unterschied zwischen schwarz und blau ist habe ich vergessen. Leider gab es in den Landkreisen jedoch nicht genug Geld, damit alle sofort ihre neuen Uniformen bekamen.
Also mussten einige Polizisten weiter mit ihren unmodischen grünen Uniformen zurechtkommen, sagte mit der grüne Polizist mit bedauernder Miene.

Bald sind also vielleicht alle Polizisten blau.
Ein Anblick, an den wir uns erst einmal gewöhnen müssen.
Aber sehen wir das Positive: Es ergibt dann endlich wieder einen Sinn, wenn man das Rauchhaus-Lied von Ton Steine Scherben singt: �Der Mariannenplatz war blau soviel Bullen waren da…�
Früher hab ich mich im Geiste immer gefragt: �Blau? Der müsste doch eigentlich grün sein, oder?�

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Lustiges | Schlagwörter: