Jun
29
2009
3

Tödliche Gaswolken, saures Trinkwasser und nun Erdbeben. Was kommt als nächstes?

Da mag man wirklich seinen Augen nicht trauen. Auf den Seiten des Bundestages findet sich hier eine Meldung, die mit folgenden Worten beginnt:

Die Bundesregierung erwartet keine künstlichen Erdbeben durch die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid.

Wem kommt das noch ein wenig seltsam vor? Ich meine, ich wusste bisher gar nicht, dass die unterirdische Entsorgung von CO2 zu Erdbeben führen kann, aber wenn man weiterliest, dann scheint es tatsächlich so zu sein.

Es sei zwar bekannt, dass durch Fluidinjektionen im Untergrund künstliche Erdbeben auftreten könnten, erklärt die Regierung in ihrer Antwort (16/13333) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (16/12616). Bei der Kohlendioxid-Speicherung in ehemaligen Erdgasfeldern müsse aber sichergestellt werden, dass der kritische Druck zur Rissbildung in den Deckschichten nicht überschritten werde.

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Jun
25
2009
4

CO2-Endlager noch nicht vom Tisch. Jetzt rollt die Propagandamaschine an…

Nachdem das CCS-Gesetz erst einmal – d.h. bis nach der Bundestagswahl – vom Tisch ist, atmeten viele Bürger in Nordfriesland und anderswo erst einmal auf. Dass es so einfach jedoch nicht ist, haben schon die Worte von Peter Harry Carstensen “man müsse die Bürger mitnehmen” und Angela Merkel “wir müssen mehr Bildungsarbeit leisten”, gezeigt.

Nach der Wahl wird das Gesetz wieder auf den Tisch kommen, und dann noch fataler für die Anwohner der betroffenen Gebiete ausfallen, als es bisher sowieso schon geplant war. So ist von “Maßnahmengesetzen” die Rede, die nur drei “Demonstrationsprojekte” legetimisieren wollen; eines davon ist natürlich – wie gehabt – die Verklappung unter Nordfriesland von CO2 aus Hürth, komplett mit der größenwahnsinnigen Pipeline durch halb Deutschland.

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Jun
22
2009
2

Offener Brief an Angela Merkel

Liebe Frau Kanzlerin,

Am 17 Juni schrieb das greenpeace-magazin.de, Sie würden die Ängste gegen die CO2 Endlager in weiten Teilen Norddeutschlands nicht nur nicht teilen, sondern auch für unangemessen halten. Ich verweise hier auf den Absatz mit Ihrem vielleicht witzig gemeinten Mineralwasservergleich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weiß um die Ängste gegen das Projekt. Sie wies am Dienstag Befürchtungen zurück: «Es handelt sich um Kohlendioxid, was ja bekanntermaßen sogar in Mineralwasserflaschen – solange es sich nicht um stilles Wasser handelt – vorhanden ist», sagte Merkel. «Es spricht nur dafür, dass wir die Bildungsanstrengungen noch verstärken müssen.»

Ich frage mich ernsthaft, wer hier ungebildet ist. Wir sicher nicht. Dass das Gas austreten kann, und früher oder später sogar austreten wird, leugnet man noch nichteinmal bei RWE. Dass die Risiken für unser Grundwasser noch gar nicht erforscht sind, musste man dort auch zugeben. Dass die Einlagerung von CO2 im Erdboden nicht klimafreundlich ist, sondern im Gegenteil eine nachhaltige Klimapolitik verhindert, indem sie die Nutzung von Geothermie und Druckluftkraftwerken unmöglich macht, wissen hier auch alle.
Sie anscheinend nicht.
Wissen Sie, erneuerbare Energien gehören bei uns schon lange zum Alltag. Jeder hier kennt sich da ein wenig aus. Sie offenbar nicht.

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Jun
20
2009
0

Neues vom “CO2-Endlager Leck”.

Mittlerweile – lang genug hat’s gedauert – ist die Diskussion um die unkalkulierbaren Risiken der CO2 Verklappung hier und anderswo auch beim Umweltbundesamt angekommen. Kanzlerin Merkel, die ja schon verstimmt war, weil das Gesetz durch Peter Harry und andere in letzter Sekunde gekippt wurde, wird wohl nun noch ein wenig bärbeißiger dreinschauen als sowieso schon hin und wieder.
Die Süddeutsche Zeitung fragt sensibel, ob man die heutigen Probleme einfach für kommende Generationen verbuddeln darf, und kommt zu dem Schluß, daß die kommenden Generationen sich zurecht über uns schwarzärgern würden.
Und die sozialistische Tageszeitung Neues Deutschland führt ein Interview mit Werner Asmus, dem Vizevorsitzenden der Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager in Nordfriesland/Schleswig-Flensburg.

Langsam kommt die Kritik an den absurden Plänen von RWE also nicht nur bei unseren Volksvertretern in Berlin an, sondern auch in der überregionalen Presse. Sehr schön.

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Jun
19
2009
0

Mal so, mal so… Akt IX (auf bairisch)

Jo mei, wenn die depperten Saupreißn aus Nord-fries-land des Koh-len-di-ochs-zieht bekomma, dann heb i da goa nix gegan. Aber wenn a die E-ner-gieh-kon-zerr-neh plötzlich des in Bayern machet wollan?! Da sog I: Nee!

Das ist mal wieder typisch, aber wen wundert das. Dabei wär das in Bayern vielleicht sogar noch sicherer. Immerhin haben die im Gegensatz zu uns Deckgebirge, die den Namen verdienen. Aber nein, das war ja doch eben so gedacht, dass es NICHT vor der eigenen Haustüre passiert, nicht? Möglichst weit weg im hohen Norden, wo eh nur ein paar dumme Bauern wohnen, die sich alleine die Schuhe nur mit Anstrengung zubinden können, was?
Das viele Bayern – besonders die in der CSU – sich für das auserwählte Volk Gottes, und somit für was besonderes halten, hab ich ja schon immer geahnt, aber hier bekommt man es dann Schwarz auf Weiß. Oder Blau auf Weiß. Je nach Geschmack.

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Jun
17
2009
0

CO2-Endlager. Es geht weiter…

Okay, dass das Gesetz jetzt erst einmal vertagt wird, ist schonmal eine tolle Sache. Dass die es überarbeiten wollen auch. Allerdings weiß man ja seit dem neuen Zensursula-Entwurf, was dabei rauskommen kann, wenn CDU und SPD gemeinsam ein blödsinniges Gesetz bearbeiten.
Vom Tisch ist die CO2-Endlagerung wohl noch nicht, wenn man der Presse glauben darf. Manche befürchten sogar, dass nur ein neuer Anlauf erfolgen soll, diesmal mit Karacho vorbei an all den Menschen, die nicht auf einem CO2-Lager leben wollen.
Meint die Bundesregierung, dass unsere Gemüter sich beruhigen, und wir die Sache vergessen, wenn die nur einen Monat warten? Ich denke, wenn im Juli kein Gesetzesvorschlag steht, der den Kreisen und Kommunen ein Vetorecht bei der Einrichtung eines CO2-Lagers gibt, und wenn dann wenig später die Sondierungsteams kommen, ist hier die Kacke erst so richtig am dampfen.
Ein CO2-Endlager wird man hier so oder so nicht durchsetzen können, aber bürgerkriegsähnliche Zustände sollten wir hier auch vermeiden. Immerhin leben wir vom Tourismus. Wenns hier wird wie im Wendtland, und sich hier irgendwann wütende Bauern und Pastoren gegen Landvermesser und Sprengmeister Strassenkämpfe liefern, kommen auch nicht mehr Touristen hierher als wenn wir auf RWE’s Abgaskippe sitzen.

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Jun
17
2009
0

CCS nein, Zensur ja.

Peter Harry hat dem CCS-Gesetz vorerst einen Riegel vorgeschoben, wie es scheint. Ich kann’s noch gar nicht glauben… Mal sehen, ob es morgen in der Zeitung steht…
Na ja… Trotzdem gilt: Wachsam bleiben! Wenn irgendwelche Ruhrgebietler kommen, und “den Rasen sprengen” wollen, dann könnten sie seismische Sondierungssprengungen meinen. Also besser sagen: “Nein Danke, ich wässere meinen Rasen selbst!”, und sie eindeutig vom Grundstück schicken.

Die Internetzensur kommt trotzdem. Warum? Weil die blöde SPD scheinbar keinen Arsch in der Hose hat, und sich weder für Ablehnung noch Zustimmung so richtig entscheiden will. Ich kann es ja verstehen, dass die SPD es möglichst allen recht machen will, aber muss sie es auch der CDU recht machen? Ich meine die CDU wird sicherlich im Herbst nicht SPD wählen, oder?
Und warum wendet man sich von Seiten der SPD nicht einfach prominent mit den ganzen Fakten zu den Sperren und den Vorwürfen an Zensursula an die Medien? Ich meine der Münte, der kann das doch sicher im Fernsehen sagen, ohne dass Ursel ihn reflexartig als “teilweise schwer Pädokriminellen” tituliert?!

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Jun
16
2009
0

Peter Harry will nicht auf Protestplakate

Am Sonntag war unser Ministerpräsident in Nordfriesland unterwegs, um bei den CDU-Senioren zu deren Jübiläum zu gratulieren. Bevor er jedoch den Veranstaltungsort betreten konnte, musste er sich erst einmal durch die besorgten Mitglieder der Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager kämpfen. Verbal, versteht sich.
Anzurechnen ist ihm, dass er sich nicht ohne einen Kommentar zu der geplanten Sauerei von seinen Leibwächtern in Sicherheit gebracht hat, aber sowas kann man bei uns allerdings auch nicht bringen.

Der SHZ berichtet über das Ereignis: LINK!

Und einer der besorgten Bürger hat das Ereignis mitgefilmt. Man versteht zwar nicht viel, aber als Impression vielleicht ganz nett:

Was Peter Harry Carstensen dann aber so sagte, lässt einen ein wenig nachdenklich zurück:

“Ich werde mich kurzfristig mit RWE darüber unterhalten, dass die Anträge zurückgezogen werden. Die Bevölkerung muss mitgenommen werden.” Er sei gegen eine Pipeline, das könne er schon jetzt sagen und dazu stehe er. Dennoch: “Wir haben Kohlekraftwerke, und es muss legitim sein, weiter zu forschen.”

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Jun
13
2009
2

Alle sind gegen CO2-Endlager in Schleswig Holstein

Zu lesen hier.

Selbst die Kirche findet in der weltlichen Welt erstaunlich klare Worte, und untersagt RWE-DEA den Zutritt zu ihrem Land. Wunderbar. Im Kreis ist man auch dagegen, hoffentlich haben die Landespolitiker ein Einsehen. Von den Bundespolitikern kann man das ja wohl eher nicht erwarten. Die kümmern die Wählerstimmen in Schleswig Holstein scheinbar nicht.

Peter Harry und RWE haben mir überigens noch immer nicht geantwortet. Na ja, hat sich hoffentlich auch bald erledigt, das Thema.

Weltliche Welt?

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Jun
12
2009
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SSW für sauberes Wasser

Nochmal ein Link zum CO2-Endlager Nordfriesland: Drück mich!

Meine Anmerkung dazu: Der SSW hat recht. Dass es ja kein reines CO2 sein wird, was die hier einlagern werden, wird oft bei der Thematik übersehen, obwohl CO2 alleine schon Auswirkungen auf das Grundwasser haben kann, die schlimm genug sind. Wenn man dann noch Schwefeldioxyd und andere “Spurenelemente” unserem Trinkwasser beimengt, dann ist von dem guten Dreihardenwasser bald nur noch die Erinnerung übrig.

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