Aug
10
2010
8

Oh, wie schön ist Internet…

In ARD und ZDF wird das Internet behandelt, als sei es Ausland. Wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen über das Internet – oder Sachen im Internet – berichtet, so mutet dies immer so an, als handele es sich um einen Reisebericht von der Japanreise.
Die Internetseiten werden vor dem Bericht kopiert und gegebenenfalls bearbeitet, genauso wie man seine Urlaubsdias von der Japanreise auch genau auswählen würde.

Links bekommt man auch nicht. Es reicht ja immerhin, wenn die öffentlich-rechtlichen Journalisten im Internet gewesen sind, es hat ja keinen Sinn, den Zuschauer auch noch in Gefahr zu bringen. Außerdem würde man seinem Bekanntenkreis nach einer Japanreise auch nicht die Adresse des schnuckeligen Restaurants in Tokio mitteilen: Die könnten ja gar nichts damit anfangen.

Wichtig ist auch, dass der Bericht über das ferne Land “Internet” ausgewogen ist, denn zu viele nützliche Informationen verkraftet kein Zuschauer. Darum beginnt man meist mit irgendwelchen “ernsten” Nachrichten, und arbeitet sich langsam zum erbaulichen Youtubevideo am Ende des Berichtes vor.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter:, ,
Jul
09
2010
2

Abschließende Bemerkungen zur WM

Da haben uns Mathematiker, Physiker, Analysten (Also Börsenspekulanten) und weißnichtwer vorgerechnet, dass Deutschland die diesjährige WM gewinnen muss, doch nach dem Spiel gegen Spanien hat es sich in Deutschland erst einmal ausgetrötet.

Gott sei Dank. Erfrischend, nach einem Deutschlandspiel mal keine halbe Stunde Autokorso hören zu müssen, und auch die ganzen Deutschlandfahnen an den Autos haben mich langsam genervt. Von den rumtrötenden Kindern mal ganz abgesehen. Kaum machte man in den letzten Wochen das Fenster auf, hatte man einen guten Eindruck davon, wie sich wohl Benjamin Blümchens Familientreffen anhören würde.
Irgendjemand muss übrigens mal all die Fähnchen aus den Straßengräben sammeln, die sich durch den Fahrtwind von Autos gelöst haben. Die Fahrer der betreffenden Fahrzeuge tun es jedenfalls nicht.

Jun
29
2010
5

Moralische-Zeigefinger-Schilder!

Es ist ja an sich schön, wenn Schilder einen direkt ansprechen, anstatt in gesichtslosen und unpersönlichen Nominalphrasen einfach irgendwelche Verbote zu konstatieren. Nicht ohne Grund habe ich ja schon die Höflichkeitsschilder besonders behandelt.
Ähnlich wie in Romanen, Songtexten und Folgen von Fernsehserien, wirkt aber auch bei Schildern ein übermäßig moralisch erhobener Zeigefinger eher nervig.

Erst einmal spricht uns dieses Schild in unserer Funktion als Bürger an. Bürger von was? Bürger von Leck? Bürger Deutschlands? Bürger der Welt? Das verrät uns das Schild nicht.
Sind nur die Einwohner Lecks an die Weisung des Lecker Bürgermeisters gebunden, oder sollen alle Bürger weltweit den folgenden Anweisungen folgen? Und warum das Ausrufezeichen, welches das komplette Schild wie eine Verballhornung einer Rede Julius Caesars wirken lässt?
Da könnte man ja gleich “Freunde! Lecker! Mitbürger!” schreiben.
Dann die Information, dass hier Kinder spielen, die zwar als Begründung für die Gebote des Schildes durchaus positiv zu sehen ist, jedoch bei aller Liebe kein Ausrufezeichen benötigt.

Written by Heiko C. in: Linguistisches,Psychologisches | Schlagwörter:
Mai
30
2010
3

Tipps für Zeitreisende (in Star Trek)

1.) Fragen Sie die Einheimischen NIEMALS nach dem aktuellen Jahr. Das kann nur strunzendämlich wirken.

2.) Wollen Sie das Jahr herausfinden, sehen Sie in einer Zeitung nach. Finden Sie keine, sind Sie in der Zukunft.

3.) Kleiden Sie sich in Sternenflottenuniformen. Man wird diese für Pyjamas halten, aber Sie keinesfalls für einen Trekkie.

4.) Keine Panik, wenn sie in den 60ern landen. Die Leute da sind so zugedröhnt, dass noch nicht einmal Aliens sie großartig alarmieren. (gilt auch für Stargate)

4.) Vorsicht vor unbeabsichtigten Zeitreisen! Diese führen zu 90% zu gefährlichen Wendepunkten in der Geschichte.

5.) Halten Sie sich aus den Geschehnissen heraus. Sie würden nur alles durcheinanderbringen.

6.) Wenn Sie die Dinge hingegen schon durcheinander gebracht haben, können Sie ebensogut auch ordentlich auf die Kacke hauen.

7.) Ändern Sie etwas in der Vergangenheit, können ihre Freunde in der Zukunft die Auswirkungen beobachten.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Psychologisches | Schlagwörter:,
Mai
03
2010
3

Schlaumeier-Schilder

Wir haben also nun bereits seltsam formulierte Verbotsschilder, Doppelbindungsschilder, Schilder mit verschiedenen Graden von Exklusivität und sehr höfliche Schilder kennengelernt.
Neulich ist mir aber eine weitere Sorte Schild aufgefallen: Die Schlaumeierschilder, die in Fachkreisen auch Paradoxienauslöser oder Roboterkiller genannt werden.

Während es sich bei Doppelbindungsschildern um zwei verschiedene Schilder handelt, die einander entgegengesetzte Weisungen enthalten, widerspricht sich ein echter Roboterkiller selbst, oder zumindest in Kombination mit einer allgemeinen Weisung außerhalb des Schildes.

Folgendes Schild markiert z. B. den Eingang zur Westerländer Fußgängerzone:

Dieses Schild enthält folgende Aussagen:

- Vernünftige fahren in diesem Bereich nicht Rad
- Wer hier Radfahren will, oder wer anstalten dazu macht, dem ist es verboten.

Außerdem impliziert das Schild auch noch folgende, weitere Aussagen:

- Wer in diesem Bereich Rad fahren will, oder dazu Anstalten macht ist unvernünftig
- Vernünftigen ist es nicht verboten hier Rad zu fahren. (Es ist ja nur allen anderen verboten)

Apr
21
2010
2

Rätselgrafitto

Ich fahre mehrmals die Woche an einem Sicherungskasten an der Strasse in Wenningstedt vorbei, und jedesmal frage ich mich, was das darauf abgebildete Grafitto zu bedeuten hat:

Was ist das? Ein Männlein in Daunenjacke mit sehr dickem linken Arm?
Ein mutierter Schmetterling? Oder doch ein abstraktes Portrait Werner Wernersens aus der kubistischen Phase von Rötger Feldmann?
Kann da jemand weiterhelfen?

Written by Heiko C. in: Friesisches,Psychologisches | Schlagwörter:, ,
Apr
13
2010
6

Kleine Linksammlung: Was die Kirche zu den Mißbrauchsvorwürfen zu sagen hat

Ich habe bisher nicht über das Thema gebloggt, weil ich es über die Maßen ekelerregend und bestürzend finde.
Nicht nur die Mißbrauchsfälle selbst sind so grausig; noch grausiger finde ich, wie die Kirche mit den Vorwürfen umgeht.
Wie hilflos sich Vertreter der katholischen Kirche zu verteidigen suchen, und wie wahllos sie dabei um sich schlagen, will ich mit folgender kleiner Linksammlung einmal komprimiert darstellen.

Obwohl ich mich nicht über jeweiligen Tagesnachrichten hinaus mit dem Thema beschäftigt habe, finde ich, dass allein die Schlagzeilen schon für sich sprechen.
Ich empfehle trotzdem jedem sich weitergehend zu informieren, bevor er sich eine Meinung bildet.

21.03.2010 “Kampagne gegen die Kirche”
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller vergleicht die laufende Berichterstattung über die katholische Kirche mit der kirchenfeindlichen Haltung des NS-Regimes (Telepolis)

31.03.2010
Katholische Kirche
Telefon-Hotline für Missbrauchsopfer ist völlig überlastet (SpOn)

Apr
12
2010
1

Populismus Reloaded

Ich hab’ ja neulich schon drüber geschrieben, wie die FDP in Form von Guido Westerwelle forderte, HartzIV-Empfänger mögen doch Schneeschippen, wie dann die SPD in Gestalt von Hannelore Kraft forderte, HartzIV-Empfänger sollten doch “freiwillig” die Straßen fegen, weil man ihnen sonst das Geld kürzt und wie dann dieser ganz tolle Professor forderte HartzIV auf 5 Jahre zu begrenzen, um einen erhöhten Anreiz zur Jobsuche zu geben. Ho, ho.

Ausgerechnet von den Grünen, von denen man ja lange Zeit dachte, sie gehörten zu den Guten, kommt jetzt auch so ein doller Vorschlag: Hundehaufen zu Jobs
Grüne empfiehlt Hartz-Empfängern Beschäftigung (Neues Deutschland)

Der Vorschlag, der hier von Frau Hammerling von den Grünen kommt, ist zwar um einiges besser als die vorherigen menschenverachtenden Vorschläge von FDP, SPD und Professor X oben, weil die Grünenpolitikerin dort fordert, dass die HartzIVempfänger zum Hundescheißekontrollieren von der Stadt angestellt werden.
Somit wären es dann keine HartzIV-Empfänger mehr, die aus Angst vor ominösen “Sanktionen” den Schnee schippen oder Westerwelle die Schuhe putzen müssen, nein, es wären Angestellte der Stadt, die richtig Geld bekommen für Arbeit.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter:,
Apr
11
2010
3

“Armut” ist das neue “Freizeit”

Zweieinhalb Monate ist es ja schon her, dass unsere Arbeitsministerin die Umbenennung von HartzIV forderte, weil das Wort “sehr negativ besetzt” sei. Nachzulesen gibt es ihre Forderung hier beim Focus: “Von der Leyen fordert Umbenennung”
Wie es aussehen könnte, wenn HartzIV tatsächlich in etwas weniger negativ besetztes umbenannt würde, habe ich mal grafisch darzustellen versucht:

Mrz
23
2010
6

Mal so Mal so XVI: Doppelbindungsschilder

Um die Begrifflichkeiten erst einmal aus dem Weg zu räumen, hier eine kleine Erklärung des Wortes “Doppelbindungstheorie” aus der gleichnamigen Wikipediaseite:

Die Doppelbindungstheorie (engl. double-bind theory, franz. double-contrainte) ist eine kommunikationstheoretische Vorstellung zur Entstehung schizophrener Erkrankungen. [...] Die Doppelbindungstheorie beschreibt die lähmende, weil doppelte, Bindung eines Menschen an paradoxe Botschaften oder Signale und deren Auswirkungen. Die Signale können den Inhalt der gesprochenen Worte betreffen, oder Tonfall, Gesten und Handlungen sein.

Sich gegenseitig widersprechende Botschaften, die den Empfänger der Botschaft lähmen, und in einigen Fällen als die Ursache für schizophrene Erkrankungen gelten.
Nachdem ich heute mal auf Sylt wieder ein paar Fotos gemacht habe, wundert es mich gar nicht, dass man in Deutschland immer öfter beknackte Leute findet.
Theorie: Schuld ist der Schilderwald in Deutschland, der zwei oder mehr Sachen voneinander verlangt, die einander ausschließen.

Zur Untermauerung meiner Theorie folgende Fallbeispiele:

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