Dez
06
2008
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Domino IV

Um die “Klangwelten vergangener Zeiten” wie es ein Freund so schön ausgedrückt hat wieder greifbar zu machen, habe ich vor einiger Zeit eine private Sammelaktion gestartet: Ich will die Mp3s von allen Stücken sammeln die ab 94 regelmäßig im Domino liefen. Mittlerweile habe ich einige Stunden zusammen, die meisten von eigenen CDs und andere durch Napster (Is ja gottseidank legal nun, wenns auch kostet).
Drängt sich jemandem, der mich nicht ganz so gut kennt vielleicht die Frage auf: “Warum machst du das, Heiko?”
Gute Frage: Die automatische Antwort, die ich auf sie geben würde wäre: “Weil er da ist!” etwas später würde ich bemerken, dass diese Antwort gar keinen Sinn ergibt und vielleicht sagen: “Öhm.”
Nach langem Nachdenken – was ich normalerweise nicht vor dem Sprechen betreibe, sondern eher danach – würde ich sagen: “Ich mache das aus dem selben sinnlosen historischen Interesse, aus dem Leute Schlachten des amerikanischen Bürgerkriegs mit Zinnfiguren nachstellen.” Auf die Frage was das Domino mit dem amerikanischen Bürgerkrieg zu tun hätte wäre ich vermutlich nicht so schlagfertig zu antworten: “Recht viel, auch wenn es im Domino mehr Fraktionen gab, aber dafür dort kaum einer verletzt wurde.” Aber ich schwafele…
Nach dem Wie und Warum, hier einige Dinge, die mir während der Suche aufgefallen sind. 1994 wurde im Domino noch ein guter Batzen 70er Jahre Musik gespielt. Das ging von den Beatles bis zu Led Zeppelin. Mitunter waren sogar Exoten wie Melanie und Jefferson Airplane vertreten. Wenn ich mich nicht irre waren damals auch schon Metallica und Konsorten am Start, Tool, Korn und Bush kamen aber erst später.
Im Laufe der Zeit scheint nun der 70er Anteil stark geschrumpft zu sein, wohingegen Crossover, Metal und Hardcore zusehends mehr gespielt wurden. “Child in Time” wurde dann irgendwann nur noch ganz am Anfang, und “Gamma Ray” ganz am Ende gespielt. Von den vielen Stücken von Trio die der DJ ausprobierte, war irgendwann nur noch “Los Paul” übriggeblieben. Warum war das so? Und warum fällt es mir erst jetzt auf? Immerhin hab ich doch immer die 70er Sachen gehört, und sie mir in vielen Fällen sogar beim DJ gewünscht?
Na, egal. Jedenfalls, als ich den ganzen Wust von Erinnerungen an das Domino erst einmal zu analysieren begann, fiel mir plötzlich auf, dass es gar keinen typischen Domino Donnerstag gibt, und ihn auch nie gab. Sicher, es gab Stücke die über all die Jahre immer liefen: “Funky Cold Medina” zum Beispiel, oder “Human Fly”, aber der Großteil der besagten Klangkulisse war sehr wandelbar und kaum festzumachen. “H-Blockx” und “Such A Surge” verschwanden einfach irgendwann, und machten Platz für die “White Stripes” und “System of a Down”. Und obwohl ich sowohl zu “H-Blockx” als auch zu “Such A Surge” getanzt habe – und zwar gerne – ist mir ihr Verschwinden erst jetzt im Rückspiegel aufgefallen. Nicht dass es speziell um “Such A Surge” schade wäre. Im Prinzip hatten die ja nur ein Lied mit verschiedenen Texten, die auch noch inhaltlich sehr ähnlich waren. Da ist mir System of a Down doch schon lieber.
Was uns aber wieder zu der Frage “Warum???” bringt. Wenn ich schon “Such A Surge” nicht vermisse, warum dann all die retrospektiven Gedanken? Vielleicht weil ich schon immer en Dachbodenstöberer war. Früher hab ich immer heimlich die Ypshefte meines Bruders gelesen, die er (unvorsichtiger Weise) auf dem Dachboden aufbewahrte. (Irgendwann waren dann die Mäuse drin) Das war immer ein wenig wie Schatzsuche. Comics aus früheren Epochen! Denn wenn man 7 ist, und es ist 1983, dann ist ein Comic aus den Siebzigern wie der Stein von Rosetta. Er birgt Geheimnisse um das Verständnis längst verschollener Kulturen. Und heute stöber ich eben (unter anderem) in meinem eigenen Oberstübchen, zumindest, wenn ich nicht gerade Radiohörspiele aus den Vierzigern höre, oder Filme aus den Fünfzigern schaue. Manchmal führt die Frage “Wie hab ich damals eigentlich gelebt?” zu überraschenden Ergebnissen.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , ,
Nov
06
2008
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Subkulturentango

Tja, was waren es nicht herrliche Zeiten, als es das Domino noch gab?
Der Zugereiste oder aussernordfriesische Leser dieses Blogs mag sich fragen, was denn das Domino ist.
Um es in einfachen Worten zu erklären – was an sich nicht geht – war das Domino eine berühmt berüchtigte Dorfdisco in einem Ort nahe meiner Heimatstadt.
Den Titel Dorfdisco hat das Domino an Freitagen und Samstagen auch wohl verdient. An Samstagen kam jeder dorthin, und an Freitagen tanzten aufgemotzte 14jährige mit Plateauschuhen zu den neuen Hits des neuen Deutschen Dancefloors.
Also warum waren es herrliche Zeiten? Dorfdissen gibts doch überall, wo sich am Wochenende Minderjährige und Handballclubs treffen.

Nun, es gab ja auch den Donnerstag. Der Donnerstag war der Tag für die Subkulturen. Und zwar nicht jede Woche im Monat für eine andere, sondern immer jeden Donnerstag für alle. Eine einzigartige Mischung aus Grufties, Punks, Metallern und anderen Chaoten traf sich jeden Donnerstag friedlich zum abhotten.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Gruseliges,Zwischenmenschliches | Schlagwörter: , , ,
Okt
05
2008
1

Leute kauft Computerspiele!!!

Okay, diese Online Aktivierung von Spielen nervt. Besonders wenn man seinen Gamingrechner normal nicht am Netz hat. Will man trotzdem zum Beispiel das berüchtigte Spore spielen, muss man seinen Rechner wohl oder übel zum nächsten Internetanschluß tragen. Aber dafür muss ich die CD nicht im Laufwerk lassen, wenn ich spiele. Super. Aber das muss mich jetzt ja nicht mehr lange ärgern, denn insgesamt darf ich Spore ja sowieso nur auf drei Rechnern installieren. Wenn ich also jetzt von XP auf Vista umstiege, gilt das schon als neuer Rechner, wenn ich das richtig sehe. Dann zu Windows 7 wechseln, und alle meine Installationen sind weg. Wenn dann mein Computer schlappmachen würde, müsste ich mir Spore nochmal kaufen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich das alte Spore noch nicht einmal weiterverkaufen kann, wenn es mir keinen Spass macht.
Man stelle sich vor, das gäbe es bei Schuhen: Ich muss sie online registrieren lassen, damit ich sie anziehen kann, und ich darf sie insgesamt nur drei Mal anziehen “um Missbrauch zu vermeiden”. Käse!!
Der Chef von EA Deutschland hat in der aktuellen Gamestar so etwas gesagt wie : “Die Menschen müssen endlich lernen, dass gute Software auch bezahlt werden muss!” Guter Einwand. Aber warum versucht EA das den Leuten beizubringen, die das Spiel schon bezahlt haben? Die sind schließlich die, die bestraft werden durch diesen ganzen Mumpitz.
Na ja. Da scheinbar die Boycottaufrufe nichts bringen, oder zumindest die Spielehersteller nicht beeindrucken, habe ich eine andere Idee:
Kauft jeden Monat mindestens ein Spiel OHNE Kopierschutz. Ich denke die Botschaft die dadurch gesendet würde, würde auch ankommen.

Written by Heiko C. in: Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges,Technisches | Schlagwörter: ,
Sep
28
2008
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Wannabe

Gna! Was ich wirklich nicht ausstehen kann sind Möchtegern-Pessimisten. Ja, ihr habt richtig gelesen. Das sind Leute, die regelmäßig damit kokettieren, was für Pessimisten sie doch wären, deren Handlungen und Lebensplanung jedoch eine ganz andere Sprache sprechen.
Wenn Herr wirklich so ein Pessimist ist, warum macht er dann seine Steuererklärung? Es müsste doch seine innerste Überzeugung sein, dass er sowieso keine Rückzahlung bekommt – im Gegenteil: Allein die Steuererklärung bringt vermutlich das Finanzamt auf die Idee noch mehr Steuern zu nehmen. Möchtegern! Oder Frau B, die ja ach so pessimistisch ist, und deshalb nach Südamerika in Urlaub fährt. HALLO!!! Giftspinnen, Schlangen und Zeugs!! Ganz abgesehen von der großen wahrscheinlichkeit ohne Niere irgendwo in einer Badewanne voll Eis aufzuwachen!!! MÖCHTEGERN!!

Sep
01
2008
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Fernsehen, Kino oder was sonst?

“Nichts hält ewig.
Alles wiederholt sich.
Alles ist gleich.”

Sind diese Worte eher optimistisch oder pessimistisch. Bei einer vielleicht nicht ganz repräsentativen Befragung stimmten 100% der Befragten für pessimistisch, wobei der erste Satz noch als der optimistischste galt. Die beiden anderen Sätze zögen den ersten aber auch auf die pessimistische Seite, so hieß es weiter.

Aber ist das wirklich so? Ich sehe das anders. Einspruch, Euer Ehren!
Wenn alles nicht ewig währt, so ist das gut, denn die meisten Dinge, die einem im Laufe eines normalen Lebens so zustoßen sind eher negativ. Darum geht es ja immerhin beim Leben. Also auch das Schlimmste geht irgendwann und irgendwie vorbei.
Leider gilt das jedoch auch für die guten Sachen. Mehr noch: Wenn man die guten Sachen künstlich am Leben zu erhalten versucht, dann werden sie langsam aber sicher schlecht, wenn nicht gar ungenießbar. Wenn die Zeit einer guten Sache also vorbei ist, sollte man sie trotz Bedauern ziehen lassen.
Dieser eine Hinkefuß am ersten Satz hebelt der zweite jedoch aus. Wenn alles sich wiederholt, dann kommt das Gute auch wieder in der einen oder anderen Form. Besser noch: Man erkennt die Dinge die sich wiederholen als gut oder schlecht, wenn man sie schon mal erlebt hat, und das BEVOR man noch in sie involviert ist.
Durch die Wiederholungen hat man also die Chance, die Lehren, die man aus vergangenen Fehlern gemacht hat anzuwenden.

Aug
23
2008
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Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Keiner. Und wenn er kommt? Dann laufen wir.

Ist mir damals nie als ein rassistisches Spiel vorgekommen. Aus heutiger Sicht kann man es natürlich so auffassen. Für mich war der Schwarze Mann zu Grundschulzeiten immer ein weißer Mann in einem schwarzen Trenchcoat und einem ebensolchfarbigen Hut. Vermutlich war er Russe, dieser Schwarze Mann, keine Ahnung.

Was richtige “schwarze Männer” also jetzt in Sachen Hautfarbe angeht, beschränken sich da meine Kindheitserinnerungen auf die Geschichte mit dem Tintenfass im Struwwelpeter und den Sarottimohr. Auch das Ernie aus der Sesamstrasse vielleicht Afroamerikaner ist, habe ich erst sehr viel später zu vermuten begonnen. Warum die Leute in der Bill Cosby Show alle so braungebrannt sind, darüber hab ich mir in dem Alter auch nicht den Kopf zerbrochen.

Jun
16
2008
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Die Zukunft der Informationsgesellschaft

Okay, ich geb’s zu, ich bin spät dran mit dem Thema, aber umso besser.
Viele werden mittlerweile Loituma kennen, und ihren Smashhit “Leva`s Polka”, wenn vielleicht auch nicht dem Namen nach.
Loituma ist ein finnisches Quartett, dass sinniger Weise hauptsächlich finnische Volksmusik macht.
Sie erlangten unlängst welt- oder besser: netzweite Berühmtheit mit einem eigentlich recht alten finnischen Stück namens “Leva`s Polka”. Es handelt sich hierbei um ein altes finnisches Lied von 1937, in dem es um ein Mädchen geht, das von zuhause abhaut, um mit einem Polkamusikanten zusammen zu sein.
Irgendwann jedenfalls legte Loituma dieses Lied – noch immer in finnischer Sprache – neu auf, in einer acapella gesungenen Version, die interessant aber geschmacklich grenzwertig ist.
Finnische Nur-Gesang-Musik, das bedeutet, dass nur gesungen wird, ein Nichtfinne aber nichts versteht. Die Loituma-Version glänzt außerdem noch über ein Intermezzo, dass hauptsächlich aus sinnlosen Lauten besteht.
Dieses Intermezzo fand irgendjemand im Netz so witzig, dass er aus selbigem eine Schleife machte, und sie in ein ebenfalls gelooptes Video kopierte, indem ein Anime-Mädchen zu singen scheint, und mit einer Stange Sellerie wedelt.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter: ,
Jun
01
2008
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Der Sinn des Lebens

Ui, tiefschürfend. Und ein Thema über das kaum jemand schreibt… *räusper*
Nagut, da bin ich heute also in Flensburg unterwegs, und schaue mich hier und da um, und da kommt mir plötzlich die Erkenntnis:
Ich habe meinen Sinn des Lebens gefunden. Denke ich zumindest. Zumindest für jetzt.
Früher dachte ich immer, der Sinn des Lebens sei es, möglichst viel Wissen anzuhäufen, was sich, wie ich irgendwann irgendwo mal las, erstaunlicherweise mit der Ansicht der alten Ägypter zu decken scheint.
Irgendwann hat man dann aber keinen Bock mehr darauf, schlaue Bücher zu lesen. Irgendwann reichts einem, denn je mehr man versucht sich eine umfassende Allgemeinbildung aufzubauen, desto mehr uninteressanter Krempel ist dabei, und desto mehr interessante “Fakten” widersprechen sich.
Was also dann? Lachen, Trinken, Fröhlichsein?
Vielleicht wenn man Rheinländer wäre, was ich nicht bin.
Mein Momentaner Sinn des Lebens, wie ich beim Promenieren durch die aufgerissene Flensburger Fußgängerzone feststellte, ist mich von Pointe zu Pointe zu hangeln.
Das heißt jetzt nicht, dass ich ständig dumme Witze erzählen muss. Naja, das tu ich ehrlich gesagt trotzdem. Mein Sinn des Lebens ist den Humor in Alltagssituationen zu erkennen, und mich innerlich schlapp zu lachen. Dabei können dies sowohl Situationen sein, die mich betreffen, als auch welche, denen ich nur als Aussenstehender beiwohne. Dieser Sinn ergibt einen Sinn für mich.

Feb
16
2008
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Die Zukunft ist jetzt! (…fast schon vorbei, eigentlich)

Seltsam, wie sich die Welt in den letzten 20 Jahren doch verändert hat. Wenn man die letzten 20 Jahre ständig auf ihr war und einen gewissen Kontakt zum Puls des Geschehens behalten hat, dann fällt einem das nicht so auf.
Wer jedoch schon in den ausgehenden 80ern Science-Fiction-Romane gelesen hat, der merkt, wie die Realität die Fiktion langsam überholt.

Written by Heiko C. in: Esoterisches,Gesellschaftliches,Technisches | Schlagwörter: ,
Feb
16
2008
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Das mach ich doch mit links…

Ich bin Rechtshänder.
Schon immer. Ich bin keiner von diesen umgelernten Ex-Linkshändern, noch bin ich Beidhänder.
Als ich noch ein Kind war, gab es zwar mal eine Zeit, in der mein Bruder zu beweisen versucht hat, dass ich Linkshänder wäre und ich habe ihn eine Zeit lang auch an der Nase herumgeführt, indem ich versucht habe alles mit links zu machen.
War schon lustig, wenn er dann zu meiner Mutter lief und aufgeregt “Schau mal! Heiko ist Linkshänder!” rief, aber trotzdem bin ich immer Rechtshänder gewesen, was mein Bruder dann auch irgendwann einsehen musste.
Trotzdem ist es seltsam, was man im täglichen Leben so alles mit links macht.
Man sollte ja meinen, dass das Feinmotorische eher von der rechten und das Grobmotorische eher von der linken Hand erledigt wird, oft ist es aber umgekehrt. Allen Erwartungen zum Trotz, sozusagen.
Wenn ich mir die Haare Wasche, dann halte ich zum Beispiel mit der Rechten den Duschkopf, während ich mit der linken das Shampoo aus den Haaren wuschele. Eigentlich ist doch das bloße Halten des Duschkopfes eher grobmotorisch, und das Wuscheln eher feinmotorisch, trotzdem mache ich letzteres mit links.
Ich habs neulich mal anders herum versucht, es hat aber nicht funktioniert.
Beim Gitarrespielen ist mit etwas ähnliches aufgefallen: Die doch schon motorisch eher komlizierten Akkorde greift ein Rechtshänder mit links, während er die Gitarre mit rechts anschlägt. Auch das funktioniert umgekehrt nicht. Schon gar nicht mit einer Rechtshändergitarre.
Seltsam, oder?

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