Aug
11
2010

Unglaubliche Erkenntnisse bezüglich HartzIV

Beschert uns die Autorin und Filmemacherin Rita Knobel-Ulrich.

Nochmal die Erkenntnisse dieses Zusammenschnitts zusammengefasst:

  • Frau Knobel-Ulrich kann sich ein Taxi leisten.
  • Eine 4-köpfige Familie bekommt mehr HartzIV, als ein Taxifahrer, mit dem Frau Knobel-Ulrich sich unterhalten hat, erarbeitet.
  • Frau Knobel-Ulrich kann sich den Frisör leisten.
  • Ein unabhängiges Gutachten des Frisörs von Frau Knobel-Ulrich hat ergeben, dass ganz viele HartzIV-Empfänger sich nicht bewegen wollen, und daher nebenbei arbeiten
  • Frau Knobel-Ulrich putzt nicht gerne.
  • Bei HartzIV-Empfängern ist Menschenwürde nicht so wichtig, weil viele Niedriglöhner auch keine haben, wenn sie morgens mit der U-Bahn zur Arbeit fahren.(So versteh ich den Passus zumindest)
  • Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Wenn dieser hochinteressante Zusammenschnitt jedoch eines zeigt, ist dies, wie wenig Ahnung Menschen mit gesichtertem Einkommen vom Leben eines HartzIV-Empfängers oder Niedriglöhners haben. Und das Publikum klatscht ihr auch noch zu. Traurig.

Noch ein paar Links zu dem Thema:
Am 25.5 2008 war Frau Knobel Ulrich schonmal bei Anne Will, und hat da ganz ähnlich vom Stapel gelassen:
Nebenbei bemerkt… Applaus für Rita Knobel-Ulrich

Auch zu der Sendung von 2008 gibt es diesen offenen Brief an Frau Knobel-Ulrich:
das-kleine-nachtbuechlein.blog.de Offener Brief an Frau Dr. Rita Knobel-Ulrich…

Die gute Frau hat vertritt also schon länger die Meinung, dass HartzIV-Empfänger viel zu viel Geld bekommen, und viele von ihnen “sich nicht bewegen” wollen.

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Dreistigkeiten,Gesellschaftliches,Gruseliges | Schlagwörter:

11 Kommentare »

  • Björn

    Hab mir den Beitrag nich angeschaut,
    aber ich bin der Meinung dass es Hartz IVlern viel zu gut geht, und wenn Deutschland zukunftsfähig bleiben will, sollte es seine Sozialleistungen herunterfahren… aber bitte nich im nächsten Jahr, denn da werd ich wohl selber nochmal Harz IV bekommen :)

    Kommentar | 11. August 2010
  • Björn

    Nun hab ich den Beitrag gesehen. Zugegeben: Die Frau redet wirren Unfug, aber ich bleibe bei meiner Meinung im obigen Kommentar.

    Kommentar | 11. August 2010
  • Björn

    und wieso ist nun mein alter Kommentar weg????

    Kommentar | 11. August 2010
  • Heiko C.

    Die sind alle drei noch da, ich muss sie nur erst FREISCHALTEN. ;)
    Und ich sehe das ganz anders als du. Wenn genug Arbeit da wäre, die auch jemand bezahlt, wäre das eine Sache. Dem ist aber nicht so, und es wird auch eher weniger. Entweder wir lassen also all die, die keine Arbeit finden verhungern, und kriegen unseren Kram dann nicht mehr verkauft, weil kein Kram da ist, oder man sorgt dafür, dass jedem so viel gezahlt wird, dass er einigermaßen über die Runden kommt.
    Das war in Deutschland vor nicht all zu langer Zeit mal so, und war sogar billiger als HartzIV.
    Deutschland bleibt ganz sicher nicht zukunftsfähig, indem es seine Konsumenten verhungern lässt. Überleg dir nur mal, warum die Aldi-Brüder so scheiße-reich geworden sind. Sicher nicht, weil all die Reichen und Schönen da einkaufen, denn davon gibt es nicht so viele, und jeder Mensch kann nur so viel essen.

    Kommentar | 11. August 2010
  • Björn

    Lohndumping ist sicher auch ein Teil des Problems, aber Easy-Living auf Hartz IV ebenfalls. Gibt schon Kinder deren “Berufswunsch” Hartz IV-Empfänger ist, weil die Eltern es vorleben. Das kannst du nicht mit scheiß Löhnen allein begründen.

    Kommentar | 11. August 2010
  • Heiko C.

    Nö, das liegt auch am Scheißbildungssystem. Wenn man Kindern in Migrantenklassen in extra Unterrichtsstunden beibringt, wie man einen HartzIV-Antrag ausfüllt, weil wahrscheinlich ein Großteil der Klasse nie einen Job findet, dann liegt das auch nicht nur an den Eltern. Und Easy-Living mit 300-nochwas Euro? Wie soll das denn gehen? Spätrömische Dekadenz ist da nicht drin. Gesunde Ernährung ebensowenig.

    Kommentar | 11. August 2010
  • Björn

    Stimmt, große Sprünge sind da nicht drin, aber das erwarten die ja eh nicht. Und in einem Job (Punkt für dich) würden sie auch nciht viel mehr bekommen.
    Zu den 350€ kommt noch die Miete etc… die haben mehr Geld als ich im Moment.

    Das mit dem Hartz IV Antrag ausfüllen lernen ist ein Einzelfall der an EINER Schule mal gemacht wurde, sehr zynisch, aber ich finde ne gute Idee (um die Öffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam zu machen).

    Es gibt sicher viele, die lieber kein HArtz IV bekommen wollen würden, aber auch viele, die lieber nicht arbeiten wollen.

    Kommentar | 12. August 2010
  • In der Schule lernen die Kinder schon lange nichts mehr. Die sind mit Existenzangst und Hoffnungslosigkeit beschäftigt.

    Zum Thema Mietkosten: Man muss sich auch als Hartz4 Empfänger evtl. in eine günstigere Wohnung umsiedeln lassen. Das ist dabei.

    Und: Es gibt ja auch immer mehr Aufstocker. Seit es dieses Wort gibt, beantragen immer mehr Menschen Hartz4, obwohl sie arbeiten, weil es einfach nicht reicht.

    Ich glaube auch, dass unser Problem in Deutschland nicht die Hartz4 Empfänger sind. Sondern die Bildung, was man am drohenden Fachkräftemangel merkt. Wer Bildung will, muss die oft selber bezahlen. Und wer es schafft, zu studieren, hat hinterher Bafög-Schulden, die er Jahrzehntelang abbezahlt.

    Und der Rückgang der Geburten könnte auch dadurch zustande kommen, dass sich keiner mehr eine Familie oder eine eigene Wohnung leisten kann. Mit oder ohne Arbeit. Völlig egal.

    Kommentar | 13. August 2010
  • Den Anekdoten von Frau Knobel-Ulrich kann ich zumindest meine eigenen entgegensetzen.

    Ich habe einige Jahre in einer Bildungseinrichtung gearbeitet, die HartzIV-Empfänger weiterbilden sollen. Über den Sinn dieser Maßnahme will ich mich hier nicht auslassen, der ist nicht vorhanden (z.B. 55-jährigen Maurer zum PC-Spezialisten umschulen).

    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, die Leute sind auf. Zermürbt, müde, kaputt, desillusioniert, enttäuscht.

    Ein Teil meiner Kursteilnehmer hat ein Leben lang gearbeitet. Durch Fusionierung und Personalabbau oder durch Konkurs von Kleinbetrieben wurden die auf die Straße gesetzt. Das sind Leute, die haben 40 Jahre im Straßenbau die Schaufel festgehalten und die Hütchen eingesammelt. Und das konnten die gut. Denen bringst du aber nichts anderes mehr bei. Und die werden einfach nicht mehr gebraucht.

    Egal wie viele Bewerbungen die schreiben, es ist vorbei. Die Gesellschaft/Wirtschaft sagt ihnen mit aller Härte: “Wir brauchen dich nicht. Du bist überflüssig.”

    Die können locker in der Nachbarschaft den Rasen mähen oder Bäume schneiden oder die Fassade streichen. Schwarz. Aber ein Job wird daraus nicht mehr. Und genau das machen die. Sie richten sich in ihrer Situation ein, haben genug zum Leben, aber nicht genug für neue Zähne.

    Sind die faul? Überbezahlt?

    Nein, die müssen betteln, beim Amt, sich wie Abfall behandeln lassen, sich zu sinnlosen Maßnahmen und Bewerbungsgesprächen zwingen lassen. Es gibt keinen Arbeitsmarkt für diese Leute außerhalb der 1-Euro-Szene.

    Dann sind aber auch jüngere Leute da. Miese Schulbildung oder abgebrochene Ausbildung. Auch die werden nicht gebraucht. Die können nicht zum Informatiker oder Marketingspezialisten ausgebildet werden. Das sind Leute, die man an’s Fließband stellen könnte, die verschiedene Servicejobs machen könnten, aber von diesen Jobs gibt es nicht genug. Also bekommen auch die Jüngeren gesagt: Wir brauchen Euch nicht. Ihr seid überflüssig in dieser Gesellschaft. Alles was Ihr könnt wird längst von Maschinen erledigt.

    Aber auch diese Leute werden gedemütigt, müssen sich von ARGE-Mitarbeitern sagen lassen was sie wann tun müssen, sich durch immer neue Berge von Absagen quälen, Maßnahmen ohne Sinn und Verstand absolvieren. Es kommt nichts dabei heraus. Von 100 Teilnehmern schafft es maximal einer, in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis zu kommen. Und das ist dann mit Abstand der Beste von den 100. Einer, der noch flexibel ist, klug genug, um einen Job zu finden, der vielleicht nur zu faul für die Schule war. Die extreme Ausnahme.

    Aber den Leuten wird täglich erzählt, Ihr seid zu faul, Ihr seid Schmarotzer, der Bodensatz der Gesellschaft, der sich durchfüttern lässt.

    Nein, es gibt einfach viele Leute, die in der aktuellen Wirtschaftsstruktur nicht einsetzbar sind. Die aber wertvolle Menschen mit wertvollen Fähigkeiten sind. Aber diese Fähigkeiten werden nicht mehr gebraucht.

    Lösungen habe ich auch nicht, aber man könnte zumindest aufhören diese Leute zu demütigen.

    Kommentar | 14. August 2010
  • Blue

    Stimmt @order, es ist traurig, wie Missgunst und Gehässigkeit geübt werden.
    Arbeitnehmer, die meistens bis zum Umfallen belastet sind, beneiden Arbeitslose um ihre ‘freie Zeit’, die gar nicht so frei verfügbar ist.
    Arbeitslose werden diffamiert und beschimpft und sind oft auch noch unfreundlichen, herablassenden Sachbearbeitern ausgesetzt.
    So kommen wir nicht weit, nur mit Erschöpfungsdepressionen in die Klinik.

    Kommentar | 14. August 2010
  • Ich bin für Rente ab 40. Dann bin ich nämlich in 2 Jahren fertig mit allem. Ab 40 bekommt man ja oft sowieso keinen Job mehr. Schade eigentlich, da ich mich insgesamt noch als Berufsanfängerin fühle. Gerade mal 2 Saison Praxis, danach hat keiner mehr auf meine Bewerbungen reagiert. Wie die Rente ab 40 bezahlt werden soll? Keine Ahnung. Man könnte sowas wie ein Bürgergehalt ab 40 einführen, dass an die Bedingung geknüpft ist, dass die Empfänger sich einen Gemeinnützigen Job suchen oder im Ehrenamt arbeiten.

    Kommentar | 7. September 2010

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