Wer kennt sie nicht, die in Deutschland allgegenwärtigen Schilder, die einem patzige Nominalphrasen um die Ohren hauen. “Parken verboten”, “Müll abladen verboten” oder “Das Betreten des Rasens in der Krokusblütezeit verboten” heißt es da unvermittelt und ganz ohne Verb.
Da fällt es einem schon besonders positiv auf, wenn ein Schild einen auf eine andere Weise anspricht. Höflich begrüßt einen dieses Schild auf einem Parkplatz vor dem Langenberger Forst:

Man möchte das Schild fast umarmen, so freundlich spricht es einen an, in dem ansonsten so unhöflichen Schilderwald, der Deutschland heißt.
Klingt der Text auf dem Schild nicht sogar irgendwie poetisch?
Wirkt das universelle Parkplatzsymbol, das große “P”, das in die wohlwollende Botschaft verspielt eingearbeitet ist, nicht wie das ruhende Zentrum des abstrakten Wortbildkunstwerkes, welches dieses Schild darstellt?
Sicher, das Schild spricht den betrachtenden “Kraftfahrer” im Imperativ an, es will aber dennoch nicht wie ein Befehl klingen. Das Schild gibt dem Betrachter einen gut gemeinten Rat: “Parke hier! Hier ist es sicher. Wandere! Genieße die schöne frische Luft!” Kann man so einen Imperativ jemandem übelnehmen? Und sei dieser jemand nur ein Schild? --------->> Do you want to know more? (199 words, 2 images, estimated 48 Sek reading time)