Feb
15
2010

Werwölfe!!!

Ich bin vorgestern zu „Wolfman“ im Kino gewesen. Eigentlich hatte ich mir ja wohlmöglich mal wieder einen guten Werwolffilm erhofft, der letzte – „American Werewolf“ – ist ja nun schon fast 30 Jahre her.

Aber nein, das wäre ja auch zu schön gewesen. Wolfman war – in einem Wort ausgedrückt – langweilig.

Der folgende Text enthält Spoiler – immer vorausgesetzt, dass ein so langweiliger Film überhaupt gespoilt werden kann.

*

Der Film spielt irgendwann im Jahre Viktorianisch-Schießmichtot, und ein Schauspieler reist zu dem Anwesen seiner Eltern, weil sein Bruder tot ist. Zuhause findet er dann seinen Vater und die Freundin seines verstorbenen Bruders, und verspricht herauszufinden, wer seinen Bruder umgebracht hat.
Bei den Ermittlungen wird er in einem Zigeunerlager von einem Werwolf angefallen, und fängt nun immer vollmonds an, sich auch in einen zu verwandeln, und Leute umzubringen.

Dann wird er verhaftet, in eine Irrenanstalt gesperrt, wo er erst gefoltert wird, und wo dann – am nächsten Vollmond – versucht wird vor versammelter Mannschaft seine „Werwolfpsychose“ zu zerstreuen.
Statt dessen verwandelt er sich aber – oh, Überraschung – wieder in einen Werwolf, und isst seinen Arzt.

Am Ende kommt dann noch ein epischer Werwolfkampf mit seinem Vater, der der ursprüngliche Werwolf ist, und sowohl den Bruder getötet als auch unseren Protagonisten angesteckt hatte.
Nachdem unser Schauspieler seinen Vater besiegt hat, wird er dann von der Freundin seines verstorbenen Bruders erschossen, die sich mittlerweile in ihn verliebt hat.

Ach ja, der verstorbene Vater hat wohl früher auch schon im Werwolfrausch seine Frau, die Mutter des Protagonisten, umgebracht.

Blah. Das wars, Film Ende!

*

Mal abgesehen davon, dass die ganzen Plotpunkte von oben von vornherein vorhersehbar sind, und in ihrer Präsentation im Film dazu geführt haben, dass ich eine Viertelstunde weggedöst bin – was mir im Kino noch nie passiert ist – ist der Film auch noch denkbar schlecht erzählt, und handwerklich billig umgesetzt.

Es fängt schon damit an, dass die Dorfbewohner sich nicht recht entscheiden können, ob sie an Werwölfe glauben oder nicht, oder ob sie überhaupt schonmal von Werwolflegenden gehört haben.
Einerseits wird im Wirtshaus vor Ort noch gerätselt, ob es ein Mensch oder ein Tier war, was den Bruder des protagonierenden Schauspielers umgebracht hat, andererseits werden schon fleißig Silberkugeln gegossen, ohne, dass je das Wort „Werwolf“ fällt.

Später das selbe Phänomen mit dem Protagonisten selbst: Er werwolft nachts rum, und wird dafür am Morgen danach festgenommen, nur um in ein Irrenhaus gebracht zu werden, wo man ihm erzählen will, dass es keine Werwölfe gibt, wo ihn dann sein Vater besucht, der ihm erzählt, wie er selbst zum Werwolf wurde.
Hö?
Genau.

Sogar der mittelprächtige Film „Wolf“ mit Jack Nicholson handhabt das alles besser und in sich konsistenter.

Okay, soviel zu der lustigen Logik des Films, nun zu der billigen Umsetzung:

Recht früh im Film spielt ein Tanzbär eine gewisse Rolle. Einige im Dorf verdächtigen den alten Tanzbären der im Wald wohnenden Zigeuner – die übrigens kaum eine Rolle im Film spielen – dass dieser für den Mord am Bruder verantwortlich ist.
Diesen lustigen Meister Petz, der in nur einer Szene zu sehen ist, hat man jedenfalls komplett computeranimiert, und zwar so schlecht, dass man es sieht.
Das ist für mich jedenfalls nur ein Anzeichen dafür, dass man sich keine rechte Mühe beim Film gegeben hat. Ist ein alter dressierter Bär samt Tiertrainer nicht drin gewesen im 85 Millionen Dollar Budget des Films? Muss man uns einen albernen Computerbär vorsetzen?
Ganz abgesehen davon wirkt der ganze Film wie ein Animationsfilm, in dem nur zufällig ein paar Schauspieler mitspielen. Diese Optik fand ich in „Sleepy Hollow“ noch tolerabel, in „Vidoq“ schon anstrengend, aber mittlerweile so nervig, dass sie mir den Film versaut – zumindest wenn es keinen Grund für diese Künstlichkeit gibt.
Mal ehrlich: Englisches Landgut, Tanzbär… Warum muss sowas im Computer erstellt werden? Auch die „Werwolfmasken“ für die Schauspieler, die dem Make-Up aus dem ursprünglichen Wolfman der 40er Jahre ähnlich sehen sollen, sind CGI-Effekte.
Was soll das?

Na ja, über sowas kann ich mich halt aufregen…

Wer noch eine andere Meinung hören will, der kann hier schauen: Link!

Written by Heiko C. in: Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter:

8 Comments »

  • Das Ding ist ja auch n Remake. War doch klar, dass nur die Optik aufgepeppt wurde.

    🙂

    Comment | 15. Februar 2010
  • Heiko C.

    Die haben die Optik ja noch nicht einmal aufgepeppt. Statt dessen haben sie die total billig im Computer nachgerendert. Muss man wirklich Fellmakeup von Anno-Dazumal als CGI-Effekt bringen? Ist doch albern sowas.

    Comment | 15. Februar 2010
  • soweit ich weiß brauchte das makeup für benicio als wolf 4 stunden zum auftragen… also ganz cgi wirds nich sein.

    hab den film aber noch nicht gesehen

    Comment | 15. Februar 2010
  • Heiko C.

    …umso schlimmer, dass es dann so billig aussieht. Optische Effekte nach billiger CGI aussehen zu lassen, ist aber irgendwie auch eine Leistung.

    Comment | 15. Februar 2010
  • Heiko C.

    @Björn: Wo ist eigentlich dein Blog hin?

    Comment | 15. Februar 2010
  • Der ist weg. Ich werd den einmal im Monat für ein paar Minuten aktivieren, damit er nicht gelöscht wird, aber ansonsten is der erstmal auf unbestimmte Dauer im Winterschlaf.

    Comment | 16. Februar 2010
  • Heiko C.

    Hm. Schade. Aber immer noch besser, als wenn ihn dir irgendjemand gelöscht hätte.

    Comment | 16. Februar 2010
  • Björn

    Ja, keine Sorge – das ist in Eigeninitiative geschehen. Ich nutz im Moment ein bisschen Twitter, aber lass den Account – erstmal- anonym laufen.

    Comment | 17. Februar 2010

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