Hinter dem Spiegel
So, um diesmal auf Nummer sicher zu gehen, dass nicht wieder mein schöner Gartenlaubenartikel auf mysteriöse Weise verschwindet und statt dessen irgendein Fragment aus einer namenlosen Parallelwelt auftaucht, habe ich den Artikel – nochmal – neu geschrieben, bebildert, auf einen USB-Stick geladen, diesen in eine kleine Bleischatulle gesteckt und die Schatulle habe ich daraufhin im Garten vergraben… …unter einer Gartenlaube.
Wenn irgendjemand mir – so dachte ich - einen grausamen Streich spielt – bzw. mir am laufenden Band Streiche spielt – soll er es dann auch richtig schön schwer haben, den Artikel auszutauschen.
Und ja, ich habe die Schatulle abgeschlossen und zwar mit einer 6stelligen Kombination, die nur ich kenne.
Heute grabe ich den Krumpatsch wieder aus, und was muss ich sehen? Schon wieder keine Gartenlauben. Statt dessen eine politische Bestandsaufnahme aus einem sehr seltsamen Paralleluniversum, wie es scheint.
Disclaimer: Personen und Organisationen im folgenden Text sind nicht die gleichnamigen aus unserem Universum, sondern aus einer abstrusen Parallelwelt.
Deutschland hat den Wechsel gewählt – endlich!

Und Zeit wurde es. Nach 20 Jahren unter Bundeskanzler Gerhard Schröder, der damit der amtsälteste Bundeskanzler seit Kurt Schumacher ist, bleibt von der freiheitlich Demokratischen Zentralregierung ebensowenig übrig, wie
von dem Konzept der sozialen Marktwirtschaft.
Nachdem Schröder 2003 die Gefängnisse, das Arbeitsamt und den Strassenbau privatisiert hat, kommen die wenigen Deutschen, die noch einen Job haben, nicht mehr schlaglochfrei zur Arbeit, und der Hausarrest für alle Empfänger von Sozialhilfe reißt ein tiefes Loch in das Demokratieverständnis der Bürger.
Ebenso wurde ja die Trennung von Staat und Kirche weitestgehend aufgelöst. Es ist kaum noch möglich zu studieren oder ein öffentliches Amt zu bekleiden, wenn man sich nicht öffentlich zum Glauben an Baal und Marduk bekennt.
Die KDU ist nun mit einer kleinen Mehrheit gewählt worden, und kann das erste Mal seit 1972 wieder eine Regierung bilden. Diesmal in Koalition mit der LDP. Das Kabinett steht seit einem Monat auch, und vor einer Woche hat die neue Bundesregierung ihre Arbeit aufgenommen, und beginnt nun auch mit Hochdruck daran zu arbeiten, den Saustall, den die Regierung Schröder angerichtet hat wieder aufzuräumen, und unsere BDR wiederherzustellen, wie unsere Gründerväter sie sich mal vorgestellt hatten.
Kanzler Ronald Pofalla hat nicht nur zielstrebig die Konservativ Demokratische Union zum klaren Regierungsauftrag geführt, ihm sprechen auch mit 76,3% der Deutschen weitaus mehr das Vertrauen aus, als sich noch für einen Kanzler Schröder erwärmen können.
Bei der SPD sammelt man derweil die Scherben auf. Schröder hat mittlerweile die Konsequenz aus dem schlechten Wahlergebnis der SPD (nur etwa 37%) gezogen, und sich aus der Parteiführung zurückgezogen. Der neue Chef der SPD wird wohl Gregor Gysi werden, doch auch Angela Merkel hat Interesse an dem Amt angemeldet.
Die überzeugte Atheistin aus Bayern gilt vielen als Underdog mit ungeahntem Potential, auch wenn die Chancen momentan besser für Gysi stehen.
Der Rechtsanwalt aus dem Ruhrgebiet ist immerhin überzeugter Mardukist, und präsentiert sich gerne als traditionsbewusster, religiöser Familienvater. Im Vorfeld der Wahlen, als er noch als neuer Außenminister gehandelt wurde, war er so oft mit seinen Ehefrauen und Kindern im Fernsehen zu sehen, dass ich schon fast glaubte, er gehöre zur Familie.
Aber was machen jetzt KDU und LDP?
Die Steuern sollen gesenkt werden. Drastisch. Finanzieren will man es mit em Baustopp am umstrittenen Monumantalprojekt “KI-Pyramide”. Der Überwachungskoloss, der 2020 fertiggestellt werden sollte, hätte eine Art Knotenpunkt werden sollen, an dem alle Überwachungsdaten, die in Deutschland gesammelt werden miteinander abgeglichen und mittels modernster künstlicher Intelligenz ausgewertet hätten werden sollen.
Gerade die KDU hat im Vorfeld schwere Kritik am Bau des “technokratischen
Ungetüms” geübt.
Durch den Baustopp spart der Staat noch immer mehrere hundert Milliarden Euratos, auch wenn das Ding schon zur Hälfte fertiggestellt ist.
Der neue Außenminister in Pofallas Kabinett, Guido Westerwelle, ist derweil im Ausland unterwegs.
In der provisorischen Hauptstadt des von Tibet besetzten Chinas spricht er vor Vertretern der chinesischen Widerstandsbewegung, und verspricht wirtschaftliche Sanktionen gegen den Wirtschaftsgiganten Tibet. Westerwelle ist eine ideale Besetzung für das Amt des Außenministers, ist er doch für sein diplomatisches Fingerspitzengefühl, seine Ehrlichkeit und für seine schier übermenschlichen Sprachkenntnisse bekannt: Westerwelle spricht 30 Sprachen, und zehn davon fließend – darunter Mandarin.
Ich muss sagen, die neue Regierung lässt sich gut an, ich bin gespannt, was noch kommt.
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Moin Impactsuspect, als Daoweg plauderten wir gestern über das Multiversum! Hier, versprochen oder befürchtet, ein Ausriß aus einem Artikel der ZEIT. Gefiel mir sehr.
Nur ein Leben ist ja eher langweilig…
Der Spielraum Gottes schrumpft Andrei Linde, Professor an der Stanford University, Kalifornien; hat die Multiversumstheorie entwickelt. Alexander Vilenkin von der Tufts Universitiy, Massachusetts, fürchtet Doppelgänger in anderen Welten. (Ausriss aus der Zeit, 2007/2008)
ZEIT: Wie stellen Sie sich das Multiversum vor?
Vilenkin: In einem einfachen Bild könnte man sagen, das Multiversum bestehe aus Blasen – Universen –, die im Raum entstehen und sich dann fast mit Lichtgeschwindigkeit ausdehnen. Blasen, die vor langer Zeit entstanden, sind riesig, Blasen, die gerade erst entstanden sind, winzig. Zwischen ihnen expandiert der Raum so schnell, dass die Blasen niemals kollidieren. Neue Blasen entstehen, manche sogar innerhalb existierender Blasen. Es ist also ein ziemlich schaumiges Bild.
ZEIT: Könnte ein neues Universum direkt vor uns auf dem Tisch aufpoppen?
Vilenkin: Ja, so eine Blase würde uns ohne Vorwarnung treffen…
Linde: …und der Rekorder würde aufhören aufzunehmen, wir würden keine Fragen mehr beantworten – und auch aufhören zu existieren.
ZEIT: Man würde die Geburt eines neuen Universums also tatsächlich bemerken?
Linde: Bemerken vielleicht, aber niemals darüber berichten.
ZEIT: Kann man andere Universen in einem Teilchenbeschleuniger erzeugen?
Linde: Ich würde es nicht empfehlen. Wenn man Glück hat und weiß, was man tut, kann man ein harmloses Universum erzeugen, das sich von unserem Universum abtrennt. Warum sollte man es dann tun? Wenn man Pech hat, erzeugt man eine Blase, die einen schluckt. Solche Experimente sollten verboten werden.
ZEIT: Haben sie mal die Wahrscheinlichkeit für so ein Ereignis am neuen Teilchenbeschleuniger des Forschungszentrums Cern in Genf ausgerechnet?
Vilenkin: Haben wir. Es ist sehr unwahrscheinlich. Machen Sie sich keine Sorgen.
Linde: Es gibt einige hochenergetische Teilchen im Universum, die mit viel höheren Energien kollidieren, als wir sie in einem Teilchenbeschleuniger erzeugen können. Wenn diese Kollisionen in der Lage wären, Blasen zu erzeugen, wären wir schon längst tot.
Vilenkin:Ich sollte noch eine andere Konsequenz der Multiversumstheorie erwähnen: Die Unterhaltung, die wir gerade führen, passiert genau so mit den gleichen Leuten unendlich Mal in anderen Universen.
ZEIT: Sie scherzen.
Vilenkin: Der Grund ist sehr einfach: Das Multiversum ist unendlich, und es gibt eine unendliche Anzahl von Regionen, die durch die ewige Inflation entstehen. Auf der anderen Seite gibt es in einer begrenzten Region und in endlicher Zeitspanne aber nur eine endliche Zahl von möglichen Dingen, die passieren können. Also hat man eine endliche Zahl von Geschichten, die in unendlich vielen Orten spielen. Folglich findet jede mögliche Geschichte auch irgendwo statt. Es gibt Kopien von uns Menschen.