Bundesregierung wollte schon immer verbieten!
Der Verbotswahn der Bundesregierung ist keine neue Erscheinung:
Und warum wird das im Bundesarbeitsministerium erörtert? Das ist ja genauso abwegig, als wenn das Wirtschaftministerium plötzlich für die Bekämpfung von Kinderpornografie zuständig wäre…
4 Kommentare »
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Ich glaube, die beiden Fälle kann man so nicht vergleichen. Die Skateboards waren damals aus mehreren Gründen nicht ungefährlich:Es gab keine Protektoren.Es gab keine oder nur sehr wenige Möglichkeiten für Skateboarder, ihren Sport abseits von Fußwegen auszuüben.Es fehlten Skateboarder mit Erfahrungswerten, von denen der Nachwuchs hätte lernen können.Nachdem diese Punkte aber ausgeräumt waren, senkten sich die Unfallzahlen deutlich.
Außerdem möchte ich an den kläglich gescheiterten Versuch der Bundesregierung erinnern, nach dem zweiten Weltkrieg Verkehrsteilnehmer nicht mehr mit irgendwelchen Regeln zu gängeln, frei nach dem Motto: “Der verantwortungsbewusste Verkehrsteilnehmer wird sich schon so umsichtig fortbewegen, dass er sich und andere nicht gefährdet.” Da die Anzahl der Verkehrstoten aber dramatische Werte angenommen hatte, nahm man davon Abstand. Deutsche können einfach nicht ohne Regeln.
Allerdings sind die Regelungen, mit der uns die Politiker jetzt bedrohen, weit davon ab, uns und andere vor wirklich gefährlichen Dingen abzuhalten (vorausgesetzt, man erachtet “Information”, “Meinungsfreiheit” und “Selbstbestimmung” nicht als gefährlich).
Stimmt schon alles. Aber warum ist das Arbeitsministerium zuständig?
Und mit dem aktuell diskutierten Paintballverbot kann man es finde ich schon vergleichen.
Wenn ich mich recht erinnere, war das Arbeitsministerium auch für Unfälle zuständig. Und das Paintballverbot ist hier nicht vergleichable, da (1) es für Paintball bereits abgesicherte Spielbereiche gibt, (2) bei Paintball Schutzbekleidung obligatorisch ist, und (3) die Vorwände, den Sport zu verbieten, komplett unterschiedlich sind. Besonders letzteres ist ausschlaggebend. Unfallgefahr ist ein Punkt, den man einsehen kann. “Verrohung” (und was das Stiefelpütz da sonst noch in die Mikros gehustet hatte) ist verlogen, wenn man sich das Vorabendprogramm im Fernsehen im Vergleich dazu anschaut. Außerdem ist das eine sehr offensichtlich populistische Forderung, weil sie (direkt vor den Wahlen und im Umfeld des Aufbaus der Zensurinfrastruktur) eine Minderheit isoliert und an den Rand der (legalen) Gesellschaft drängt. Allerdings hatten die Politiker nicht mit der Masse an Protesten gerechnet. Tja, eine Minderheit als Sündenbock hinzustellen, hat vielleicht vor “1000″ Jahren funktioniert.
Okay, du hast mich überzeugt. Obwohl es wohl schon immer eine Tendenz in den bisherigen Bundesregierungen gab, auf Probleme zu reagieren, indem man sie verbietet, ist es desbezüglich heute sehr viel schlimmer als 1977.
Vergleichbar finde ich aber folgendes:
“Die Jugend macht was, was wir nicht verstehen, es könnte gefährlich sein… Verbieten wir es doch ganz einfach.” War bei Inline-Skates ja auch in der Diskussion damals.
Trotzdem hätte ich da eher drauf getippt, dass der Verkehrsminister oder der Innenminister zuständig wären.