Apr
18
2009
0

Little Emo

Neulich – eigentlich schon eine Weile her, aber der Blog war ja kaputt – bin ich in Niebüll aus dem Zug ausgestiegen, und mir kam eine Horde Kinder entgegen. Die waren so etwa 10 bis allerhöchstens 13 Jahre alt. Jungen wie Mädchen.
Allesamt – es werden vielleicht so 10 bis 15 gewesen sein – hatten die sehr seltsame Frisuren. Ihr wisst doch wie ein Mädchen mit langen Haaren aussieht, das eine Haarspange trägt, damit die Haare nicht immer ins Gesicht fallen? Gut. Dann stellt euch die Haarspange weg vor, wobei das Haar allerdings immer noch so sitzt, als ob sie noch drin wäre.
Irgendwie sahen die so aus, als hätten die ganze Paletten Haarspray im Haar, nur um den Effekt einer einzelnen Haarspange zu erzielen. …und zwar ohne Haarspange.
Okay. Mädchen eben. Ich glaube zwar wirklich, dass die damals in meiner Klasse nicht so viel Haarspray benutzt haben, aber vielleicht hat frau es damals nur besser verborgen. Also warum reg ich mich über sowas auf?
Weil die Jungs nicht besser waren: Alle hatten sie diese Emo-Helmfrisuren. Ihr wisst: Diese Frisuren, wie sie Models in den Sechzigern getragen haben.
Welcher 10 jährige Bub steht morgens vor der Schule ’ne Stunde vor dem Spiegel, und fönt sich die Haare so hin? Ist das nicht irgendwie… …total schwul? Oder zumindest metrosexuell? Wenn ich bedenke, wie lange ich mich als ich 10 war mit meinen Haaren beschäftigt habe – so ziemlich gar nicht – frag ich mich nicht, wie sich die Mode so verändern konnte, aber wie sich die Einstellung von Kindern zu Mode so verändern konnte.
Metrosexuelle Kinder? Ich mein‘, geht’s noch?? Was kommt als nächstes?

Written by Heiko C. in: Beklopptes,Gesellschaftliches,Lustiges | Schlagwörter:
Apr
14
2009
3

Zwielichtige Vampire II

So, nachdem ich den zweiten Band der ultimativen Glitzervampirsaga auch durch habe, will ich nun versuchen, auch diesen zu rezensieren.

Erst mal: Das zweite Buch fand ich jetzt besser als das erste.

Zur Handlung:
Die Protagonistin (Bella) hat Geburtstag, und wird von einem der Vampire fast gebissen. Daraufhin verlassen die vegetarischen Vampire die Gegend. Bella ist tottraurig, und freundet sich deswegen mit einem Werwolf an.
Ein böser Vampir kommt, und will sie beißen. Die Werwölfe verhindern dies.
Dann kommt die eine von den Glitzervampiren zurück, weil die denkt, dass Bella tot ist. Durch eine fast ohnsorgtheatereske Verwechslung denkt Milchschnitte, dass Bella tot ist, und geht deswegen nach Italien, um sich umbringen zu lassen.
Bella reist hinterher, wird von Obervampiren gemustert, und alle dürfen wieder gehen. Dann streiten sich Milchschnitte und der Werwolf. Dann bekommt Bella Hausarrest, weil sie ein Motorrad hat.

Written by Heiko C. in: Bücher,Beklopptes,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2009
13

Zwielichtige Vampire I

Gut, nachdem die Mine als Reaktion auf meine Twilight-Filmkritik schrieb: „Das Buch ist aber viel besser!“, oder so, dachte ich, dass es doch eine journalistische Notwendigkeit wäre, wenn ich diese Aussage mal überprüfe.

Also lud ich mir das über 6 CDs dauernde Hörbuch auf meinen MP3-Player, und hörte es in den vergangenen drei Tagen so nebenbei.

Ich komme zu einem erstaunlichen Ergebnis: Der Film ist in vielerlei Hinsicht besser!
Zuerst einmal: Der Film ist wesentlich besser strukturiert, was den Handlungsaufbau angeht. Im Film erfährt die gute von einem Indianer, dass Milchschnittes Familie keine Menschen sind. Statt dessen seien sie „kalte Wesen„, die traditionell im Krieg mit den „wölfischen“ Indianern stehen.
Später dann zushause setzt sie sich an ihren Rechner, und googelt „kalte Wesen“ und „indianische Legenden“, und stößt darauf, dass „kalte Wesen“ scheinbar ein Synonym für „Vampire“ ist.
Sie findet hier also heraus, und das ganze wäre spannend gewesen, wenn man nicht von Anfang an gewusst hätte, dass es um Vampire geht.
Na ja, dann erst konfrontiert sie „Milchschnitte“ mit den Fakten, und er sagt: „Ja, stimmt schon.“ Auf die Frage, wie vielen Babys Milchschnitte schon den Kopf abgebissen hat, antwortet dieser: „Noin, wir sind doch vegetarische Vampire.“ Vegatarisch ist hier im Sinne von: „ernährt sich nur von Tierblut gemeint.“ Auch hier achte man auf den lehrbuchmäßigen Spannungsbogen.

Written by Heiko C. in: Bücher,Esoterisches,Filme,Kurzrezensionen | Schlagwörter: , ,
Apr
13
2009
0

Dinge beim Namen nennen

„Political Correctnes“ mag ja ihre Berechtigung haben, aber warum sollte es verboten sein, Dinge beim Namen zu nennen? Hilft das tolerant zu sein?
Wenn ich „Schwule und Lesben“ statt dessen „Menschen gleichgeschlechtlicher Lebensweise“ nenne, was sage ich dann eigentlich? Im Prinzip sage ich, dass „Schwule und Lesben“ beleidigende Worte sind. Warum? Ich mein irgendwie muss man sie doch nennen, oder? Und beleidigend? Wo? Schließlich sag ich ja nicht „Fummeltrinen und Mannsweiber“.
Wohin solche falsch verstandene Pietät führen kann, zeigt uns unser großer Bruder, die USA: Statt dem beleidigenden Wort „Nigger“, welches zu so trauriger berühmtheit gelangte, dass es nur noch das „N-Wort“ ist, wurde zuerst „Negro“ verwendet. Da das so ähnlich klingt wie das „N-Wort“, verwendete man wenig später statt dessen den Ausdruck „Schwarze“. Wieso schwarz? Eigentlich sind die meisten bezeichneten ja doch eher braun, also ging man zu „Farbige“ über. Auch dass wurde irgendwann als beleidigend wahgenommen, so ist man dann schließlich bei „Afroamerikaner“ oder „Amerikaner afrikanischer (Erb)-herkunft“ angekommen. Mal abgesehen davon, dass „American of african heritage“ in meinen Ohren um einiges beleidigender klingt, als „Schwarzer“, denke ich, dass jede Bezeichnung der Schublade in die man einen bestimmten Menschenschlag steckt irgendwann automatisch für irgendwen beleidigend wirkt.
Wenn man einen Schwulen als „schwul“ bezeichnet, wird man in der Regel keine andere Reaktion als ein Achselzucken ernten. Er weiß ja, dass er schwul ist.
Vielleicht verwendet man im Amts- und Fernsehdeutsch aber auch nur die komplizierten Umschreibungen, damit niemandem auffällt, dass Schwule schwul sind?! Frei nach dem Motto: „Ach, das sind Prostituierte! Und ich hab gedacht, das sind Nutten…“
Geben wir dem „Problem“ einen anderen Namen, und es ver-scha-windet! Abrakadah! So geschehen zum Beispiel auch bei der Unterschicht. Wir haben eine Oberschicht, und (noch) eine Mittelschicht, aber wo ist die Unterschicht? Natürlich hat ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Unterschicht. Nur ein Präkariat. Wenn man alleine die Relation zu den anderen Schichten im Sprachgebrauch analysiert, fragt man sich, warum es nur zwei Schichten gibt, und eine davon ist die Mittelschicht. Zwei Schichten gehen die Straße entlang. Sagt die eine zur anderen: „Nun lass mich auch mal in die Mitte!“ Oder wie?
Schon klar, keiner will an der Basis der Gesellschadtspyramide sein. Es ist aber heute schon wieder so, dass die meisten dort sind. Die Oberschicht, wie groß mag die schon sein? Und die Mittelschicht? Gibts die überhaupt noch? Früher gab’s die mal, dass weiß ich, weil ich da noch drin war.
Aber die Oberschicht und Mittelschicht weiterhin zu verwenden, und sich nichts dabei zu denken, und andererseits die Unterschicht bloß nicht zu nennen, ist trotzdem schizophren.
Das ist wie von „Mitteldeutschland“ zu sprechen, wenn man die neuen Bundesländer meint, obwohl man genau weiß, dass ein impliziertes „Ostdeutschland“ schon lange ein Teil Polens ist, und auch bleibt.
Wenn man also von allen in Ruhe gelassen werden will, braucht man bloss in Ostdeutschland im 13. Stockwerk eines Hotels arbeiten, und zur Unterschicht gehören.
Ob die Merkel wohl auch verschwindet, wenn man ihr einen anderen Namen gibt? Ich fürchte nicht, aber versuchen kann man es ja. Von jetzt ab nenn ich sie „Blücher“.

Written by Heiko C. in: Gesellschaftliches,Politisches,Psychologisches | Schlagwörter: ,

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